Putin-Pressekonferenz
„Wir machen keine aggressive Politik“

Wladimir Putin steht durch den Verfall der russischen Währung und die schwere Wirtschaftskrise im eigenen Land massiv unter Druck. Nun hat er sich den Fragen der Weltpresse gestellt. Die Pressekonferenz zum Nachlesen.
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Kremlchef Wladimir Putin hat sich am Donnerstag in Moskau den Fragen der Weltpresse gestellt. Das Spektakel ist für Putin bereits Routine – und geübt weicht er in seinen Antworten aus. Zuletzt hatte der Rubel massiv an Wert verloren, Moskau reagierte mit Verkäufen von Devisenreserven. Auch dazu gab es viele Frage. Und Putins Antworten waren eindeutig.

+++Putin kritisiert die Zentralbank+++
Putin kritisiert die Zentralbank offen. „Ich denke, einige Aktionen hätten schneller kommen können“, sagt er. Zugleich sagt er aber auch, die Politik der Regierung und der Zentralbank sei richtig. Analysten erwarten, dass Notenbankchefin Elwira Nabiullina gefeuert werden könnte. „Alles sieht danach aus, als ob es in der Regierung eine recht große Uneinigkeit darüber gibt, wie auf die Krise und den Druck auf den Rubel reagiert werden soll“, sagte Timothy Ash von der Standard Bank in London.

+++Die Schuld des Westens+++
Der russische Präsident Wladimir Putin macht das Ausland für die Wirtschaftskrise in seinem Land verantwortlich. „Die aktuelle Situation wurde ganz klar durch äußere Faktoren verursacht“, sagte Putin bei seiner ersten Pressekonferenz seit dem drastischen Werteverlust der heimische Währung Rubel.

+++Putin zum unabhängigen Bürgerfernsehen+++
„Im kommenden Jahr wird es ein unabhängiges Bürgerfernsehen vom Kreml geben, doch Werbung wird ab nächstem Jahr im privaten Fernsehen verboten“, sagt eine Journalistin. Putin antwortet: „Unser Sender gehört zum Kabelfernsehen, unser Sender ist kostenlos für die Bürger. Dass wir den Verbot der Werbung beschlossen haben, hat rein wirtschaftliche Gründe. Aber ich kann das hier nicht im Detail erzählen. Doch der Markt der Werbeinnhamen in Russland geht zurück. Wenn sie als Kabelfernsehen weiter existieren wollen, das wird nicht verboten, aber dann müssen sie neue Finanzierungen auftun.“

+++EU verhängt neue Sanktionen gegen die Krim+++
Die Europäische Union hat neue Sanktionen gegen die von Russland annektierte Halbinsel Krim beschlossen. Künftig seien jegliche Investitionen auf der Krim untersagt, teilte die Europäische Union am Donnerstag kurz vor einem EU-Gipfel in Brüssel mit. Verboten werde zudem der Export von Gütern in den Bereichen Energie, Öl- und Gasförderung, Transport und Telekommunikation. Unter die neuen Sanktionen fallen auch Tourismusangebote auf der Krim – so dürfen europäische Kreuzfahrtschiffe nicht mehr in Häfen der Halbinsel anlegen. Die Sanktionen gelten ab Samstag.

+++Putin sieht keine Anzeichen für eine „Palastrevolte“+++
Der russische Präsident Wladimir Putin sieht in seinem Land keine Anzeichen für eine „Palastrevolte“. „Was Palastrevolten angeht, können Sie ganz beruhigt sein“, sagte Putin auf die Frage eines Journalisten, ob er möglicherweise die Unterstützung der Eliten verlieren und dann gestürzt werden könnte. „Wir haben keine Paläste, darum kann es keine Palastrevolte geben“, sagte Putin.

+++Ehemänner tragen eine große Bürde+++
Der alte Titel „Heldenmutter“ soll wieder eingeführt werden. Putin dazu: „Wir müssen Großfamilien, kinderreiche Familien unterstützen. Nicht nur finanziell, sondern auch geistlich. Selbstverständlich setzte ich mich für das sogenannte Muttergeld ein. In erster Linie war das für Frauen  gedacht, dieses Entscheidung wird auch von den Ehemännern unterstützt. Die Ehemänner sind diejenigen, die eine große Bürde zu tragen haben. Ich sehe für dieses Gesetz keine Hindernisse.“

+++ Kenne mein Gehalt nicht ++++
Putin behauptet, dass er sein eigenes Gehalt nicht kenne. Es werde monatlich überwiesen.

+++ Frage eines Betrunken +++
Ein offensichtlich betrunkener Mann merkt an, dass sein russisches Getränk besser als Coca-Cola sei.

+++ „Richten Sie Grüße an ihre Freundinnen aus“+++
Eine etwas wirre Anmerkung eines Journalisten. Er spricht Putins Privatleben an. „Sie sind seit einem Jahr geschieden. Richten Sie bitte Grüße an ihre Freundinnen aus.“ Putin erwidert, er habe nach den Ereignissen des vergangenen Jahres mit einem Freund über das Thema gesprochen. Der habe ihn gefragt, ob er eine Freundin habe, die ihn liebe. Da habe er Ja gesagt.

+++Putin erkennt Chodorkowski Recht auf politische Arbeit zu+++
Ein Jahr nach der Freilassung des früheren Öl-Managers Michail Chodorkowski hat Putin seinem Kritiker das Recht auf politische Betätigung zuerkannt. „Das ist seine Wahl“, sagte er. Der 51 Jahre alte Chodorkowski hatte sich in seinem Exil angesichts der Wirtschaftskrise in Russland zuletzt als Regierungschef ins Gespräch gebracht und auch eine Kandidatur bei der Präsidentenwahl nicht ausgeschlossen. „Wo will er denn kandidieren?“, fragte Putin unter dem Gelächter der kremltreuen Presse.

+++Putin kündigt gewissenhafteren Umgang mit Opposition an+++
Putin hat versöhnliche Töne gegenüber der Opposition in seinem Land angeschlagen. Sein ganzes Bestreben gelte dem Zusammenhalt der Gesellschaft, sagte Putin. Auch er müsse im Umgang mit der Opposition gewissenhafter vorgehen, räumte der Staatschef ein. Dies werde er künftig berücksichtigen.

+++ „Wir machen keine aggressive Politik“ +++
Ein Reporter der britischen BBC spricht die russischen Flugmanöver an den Nato-Grenzen und in Schweden an. Putin weißt den Vorwurf zurück. Russland habe seine Flugmanöver einseitig aufgegeben und erst vor drei Jahren wieder aufgenommen. Die USA seien viel aggressiver. Russland wolle seine Militärausgaben 2015 auf 50 Milliarden Dollar erhöhen - das Verteidigungsbudget der USA liege hingegen bei 550 Milliarden Dollar. „Wir sind bedacht darauf, die nationalen Interessen zu verteidigen, wir führen keine Angriffe, wir greifen niemanden an, wir verteidigen nur unsere Interessen. Russland hat nur zwei Stützpunkte im Ausland, die amerikanischen Stützpunkte sind überall zu finden. Können sie denn nicht klar denken?“, sagt Putin. „Wer verlegt die Stützpunkte näher an unsere Grenzen? Wir? Nein, wir sind das nicht, das sind die Amerikaner. Wird mit uns ein Dialog geführt zu dem Thema? Nein, uns wir immer wieder gesagt. Das geht Sie nichts an.“

Kommentare zu " Putin-Pressekonferenz: „Wir machen keine aggressive Politik“"

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  • Können die westlichen Mainstream-Medien noch klar denken

    Vladimir Putin:
    „Russland hat nur zwei Stützpunkte im Ausland, die amerikanischen Stützpunkte sind überall zu finden. Können sie denn nicht klar denken?“,

    Ja, diese Frage ist allerdings mehr als berechtigt, und wir sollten sie uns langsam alle stellen. Können die westlichen Mainstream-Medien angesichts ihrer nachgewiesener Falschmeldungen, ihrer kaum verbogenen Einseitigkeit, und einfach nur mehr gigantischer Doppelstandards in ihrer Berichterstattung - insbesondere bei den Themen Russland, USA, und Ukraine geht– eigentlich noch klar denken.
    Oder haben sie diese Fähigkeit vor lauter USA-Euphorie, Pentagon-Geld, und "Schulungen" durch USA-nahe Netzwerke und Lobbygruppen schon längst verloren ?

  • Es wird ueberhaupt kein Weg geben Russland durch Sanktionen
    zu "bestrafen" ! Man koennte zumindest von der Kanzlerin er-
    warten, dass Sie sich intersiver fuer Gespraeche stark macht. Schroeder hat auch mal mit Gegenwind entschieder, aber diese Frau hat "Flasche leer" , es ist nicht die Zeit Frau MERKEL auf PUTIN neidisch zu sein, er ist besser !

  • @ Herr jochen müller

    >> Russische Reporter werden selbstverständlich nicht zugelassen oder durch eigene Agenten ersetzt >>

    Sie haben es NICHT richtig verstanden.

    Es war eine INTERENATIONALE Pressekonferenz mit ABSOLUTER Fragenfreiheit zu beliebigen Themen.

    Die Westliche Lügenpresse hat die Konferenz MIT IHRER ABWESENHEIT boykottiert !

    Andere Staaten sind locker zu Wort gekommen...Iraner, Chinesen, Türken, Georgier, etc. !

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