Putin rüstet Russland auf: Mit alten Posen zu neuer Stärke

Putin rüstet Russland auf
Mit alten Posen zu neuer Stärke

Wladimir Putin würde Russland am liebsten sofort an die Weltspitze katapultieren. Jetzt verspricht er erstmal dem Militär Milliarden für neue Fahrzeuge und Raketen. Experten sehen die russischen Rüstungspläne kritisch.
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MoskauRussland will wieder eine Weltmacht werden. Einen Schritt in diese Richtung hat Wladimir Putin am Montag angekündigt: Der Premier plant, kräftig in die Rüstungsindustrie seines Landes zu investieren. Putin, der sich in knapp zwei Wochen erneut zum Präsidenten wählen lassen will, erklärte, in den nächsten zehn Jahren insgesamt 23 Billionen Rubel, umgerechnet fast 575 Milliarden Euro, für das Militär ausgeben zu wollen.

Seine Einkaufsliste ist lang. Darauf stehen 2300 neue Panzer und 17000 weitere Militärfahrzeuge, 1000 Helikopter, 600 Kampfflugzeuge, 400 Interkontinentalraketen, 50 Kampfschiffe sowie mehr als 20 U-Boote. "Unsere Sicherheit kann nur garantiert sein, wenn das Land wirklich stark ist", schrieb Putin in einem Artikel für die staatsnahe Zeitung "Rossijskaja Gazeta". 20 Jahre nach dem Untergang des Sowjetimperiums fordert Putin eine moderne und mobile Armee, das Land müsse bei allen Militärtechnologien wieder einen Spitzenplatz einnehmen. Putin will durch Investitionen in die Militärindustrie weitere Wirtschaftszweige stärken. Die Rüstungsausgaben seien eine Lokomotive, die die Entwicklung anderer Industrien antreibe, schrieb der Regierungschef. Dazu zählen die Förderung und Verarbeitung von Metallen, der Maschinenbau, die chemische Industrie sowie die IT- und Telekommunikationsbranche.

Russland reduzierte nach dem Zerfall der Sowjetunion seinen Verteidigungshaushalt drastisch. Unter Putin stiegen die Ausgaben wieder deutlich an. 2010 soll das Verteidigungsbudget Russlands etwa 42 Milliarden Dollar betragen haben, was einem Anteil von 2,8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt entspricht. Die Zahlen beruhen auf Informationen des "Analysezentrums für Strategien und Technologien", eines Moskauer Think-Tanks, der die Rüstungsindustrie beobachtet. Genaue Angaben zum Verteidigungsbudget sind schwer zu erheben, weil Ausgaben breit im Haushaltsplan gestreut werden. In diesem Jahr sind ursprünglich knapp 900 Milliarden Rubel (22,4 Milliarden Euro) für moderne Waffen vorgesehen. Von 2015 bis 2020 sind bisher Investitionen von zwei Billionen Rubel pro Jahr geplant.

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Mit alten Posen zu neuer Stärke

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Keine Großeinkäufe im Ausland geplant

Kommentare zu " Putin rüstet Russland auf: Mit alten Posen zu neuer Stärke"

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  • @bääjarki
    Was sind Sie für einer? Wurde die Psychiatrie aufgelöst oder haben Sie nichts in Ihrem Leben erreicht? Na ja, wie kann man nur so hohl sein?

  • Russland hat keine Industrie und keine Infrastruktur. Es hat keine funktionierende Wirtschaft und nur Sprechblasen als Politiker. Druckmittel sind Gulags ala Chodorkowski. Einzig Rohstoffe sind reichlich vorhanden. Das mag Geld einbringen hat aber in der modernen Welt keine Zukunft. Auf die Sicht von 50 Jahren ist Russland tot. Unvoreingenommen kann man Russland niemals begegnen solange Figuren wie Putin die Blutpeitsche über das Land halten und Stalin im Hintergrund lacht.

  • ZITAT: "Russland will wieder eine Weltmacht werden."
    Liebe Zeitungsschreiberlinge vom Handelsblatt,
    das ist ein Lüge und Sie wissen das!
    Russland will mit dem 580-Mrd-Budget nur seine Verteidigungsbereitschaft erhöhen, um den zunehmenden Bedrohungen der gefährlichsten Aggressoren der Welt (USA und Israel) etwas entgegen setzen zu können.
    Warum verschweigen Sie, dass die Armut unter Putin/Medwedew halbiert und die sogenannte Mittelschicht mehr als verdoppelt wurde? Lief wieder der Zensor über den Flur...?
    Die Gründe für diese Erfolge sind u.a. die Verstaatlichung der Bodenschätze (Öl, Gas).
    Erfolge, die unsere bundesdeutschen Politiker, nach deren "Empfehlungen" Sie ja ihre qualitätsjournalistischen Beiträge verfassen, niemals erreichen.
    Übrigens: Deutsche Angelegenheiten pflegt ein Staatsmann vom Schlage Putins grundsätzlich in Washington zu klären.
    Warum wohl...? Sie wissen genau was ich meine...!
    Wenn Sie sich trauen darüber zu berichten, könnte Ihnen nach einem gesellschaftlichen Wechsel die Tür zu einem weiteren Broterwerb als Journalist offen stehen. Nicht jedoch als Hofberichterstatter...

    Grüße von Berlinpfeil

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