Putin: Schutz der Geiseln höchstes Ziel
Terroristen lassen erneut Geiseln frei

Am zweiten Tag des Geiseldramas in einer südrussischen Schule hat die Regierung des Landes eine gewaltsame Befreiung der etwa 350 Schüler und Erwachsenen vorerst kategorisch ausgeschlossen. Die Geiselnehmer haben am Donnerstag 26 Frauen und Kinder freigelassen. Das meldete die Nachrichtenagentur Itar-Tass. CNN und AP haben jedoch derweil von Explosionen in der Schule berichtet.

HB BESLAN. „Unser Hauptziel ist, das Leben und die Gesundheit derjenigen zu bewahren, die als Geiseln genommen wurden“, sagte der russische Präsident Wladimir Putin am Donnerstag während einer im Fernsehen übertragenen Begegnung mit einem Staatsgast. Die Geiselnahme mutmaßlich tschetschenischer Rebellen stellt ihn vor die größte Herausforderung seiner Amtszeit. Im Kampf gegen die anti-russischen Separatisten hat Putin bislang jede Verhandlung mit den von ihm als Terroristen bezeichneten Rebellen ausgeschlossen und eine Politik der harten Hand verfolgt. Die Vermittlungsbemühungen liefen am Vormittag auf Hochtouren. Der Innenminister der süd-russischen Teilrepublik Nord-Ossetien, Kasbek Dsantijew, sprach von bis zu 40 Tschetschenen und Inguschen, die die Kinder, Eltern und Lehrer in der verminten Turnhalle der Schule festhielten. Bisher hatten die Behörden von 17 Angreifern gesprochen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte die Geiselnahme als Terroranschlag.

Nach nächtlichen Telefonaten sollte der Moskauer Kinderarzt Lew Roschal Angaben des Inlandsgeheimdienstes FSB zufolge im Laufe des Tages auch direkten Kontakt mit den schwer bewaffneten Entführern aufnehmen und Verhandlungen führen. Er hatte schon bei früheren Geiselnahmen vermittelt. Auch ein iranischer Journalist sagte, der FSB habe ihn um einen Vermittlungsversuch gebeten. Eine Versorgung der Geiseln mit Wasser und Lebensmittel hatten die Entführer am Vorabend abgelehnt. Die Angehörigen der zwischen sieben und 17 Jahre alten Schüler irrten voller Verzweiflung durch die Straßen in der Nähe der Schule und zuckten bei jedem Schuss, der zu hören war, zusammen.

Am frühen Nachmittag gab es eine Explosion in der Nähe der Schule, und es stieg Rauch auf. Später stellte sich heraus, dass der Rauch von einem brennenden Auto stammte. Verletzte gab es keine. Warum das Fahrzeug in Flammen aufging, blieb zunächst unklar. Hinweise auf den Beginn einer Befreiungsaktion gab es nicht.

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