Putin
Snowden überdenkt seine Position

„Es ist sein Leben, sein Schicksal”, sagt Russlands Präsident über die anstehende Entscheidung des amerikanischen Whistleblowers Snowden. Für mehr als ein vorübergehendes Asyl in Russland ist Putin wohl nicht bereit.
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GoglandDer in Russland festsitzende Ex-US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden überdenkt nach den Worten von Russlands Präsident Wladimir Putin seine Position. Snowden tendiere dazu, „politische Aktivitäten” gegen die USA einzustellen, sagte Putin am Montag. Auf die Frage nach Snowdens Zukunft entgegnete der Präsident: „Wie soll ich das wissen? Es ist sein Leben, sein Schicksal.” Russland habe Snowden nicht eingeladen, und das Land sei auch nicht dessen endgültiges Reiseziel. Sobald sich eine Gelegenheit dafür biete, hoffe er auf eine Abreise Snowdens. Putin hatte sich zuvor für vorübergehendes Asyl für Snowden offen gezeigt - unter der Voraussetzung, dass der 30-Jährige den Interessen der USA nicht weiter schadet.

Der IT-Spezialist hat ein gigantisches Spähprogramm des US-Geheimdienstes NSA publik gemacht. Auf der Flucht vor der US-Justiz, die ihn wegen Landesverrats verfolgt, ist Snowden in Moskau gelandet und hält sich seit dem 23. Juni im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo auf. Am Freitag erklärte er dort gegenüber Menschenrechtlern, zumindest vorübergehend Asyl in Russland zu beantragen. Er hat in rund zwanzig Ländern einen Asylantrag gestellt. Venezuela, Bolivien und Nicaragua haben sich bereit erklärt, ihn aufzunehmen. Unklar ist allerdings, wie Snowden dorthin gelangen kann, da es keine Direktflüge von Moskau gibt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Putin: Snowden überdenkt seine Position"

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  • Aber auch Otto-Normal-Protestler gerät schnell in den Fokus von Big Brothers "Horch und Guck" und ihren deutschen Helfershelfern:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/07/15/im-visier-der-nsa-facebook-eintrag-eines-deutschen-ruft-staatsschutz-auf-den-plan/
    --------------
    und hier die Antwort darauf.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/historiker-foschepoth-ueber-us-ueberwachung-die-nsa-darf-in-deutschland-alles-machen-1.1717216
    Dieser link wurde auf Zeit online gepostet.

    Da ist das Thema gerade:
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-07/putin-usa-snowden

  • Und wieder ist Wladimir Wladimirowitsch brillant: Snowden darf seit Wochen in Russland bleiben und WWP sagt, dass er nichts damit zu tun hat. So bringt er Russland nicht in Erklärungsnot gegenüber den USA und Snowden hat vorerst seine Ruhe. WWP ist ein Profi, mich würde es nicht wundern, wenn der Ablauf der Snowdens Flucht schon vor Wochen von Chinesen und Russen und Snowden abgemacht wurde. WWP, za wasche zdorowje!

  • Man sieht das Dilemma, wenn es ein weltumspannendes "dunkles Imperium" gibt (man denke Krieg der Sterne, die dunkle Seite der Macht :o) ): kein sicheres Asyl - ganz so wie es den politisch Verfolgten und den Juden in den 30er Jahren erging und genau der Fall, wofür das deutsche ASYLrecht geschaffen wurde.

    Aber auch Otto-Normal-Protestler gerät schnell in den Fokus von Big Brothers "Horch und Guck" und ihren deutschen Helfershelfern:

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/07/15/im-visier-der-nsa-facebook-eintrag-eines-deutschen-ruft-staatsschutz-auf-den-plan/

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