Putin trifft Schröder und Chirac in Kaliningrad
G-8-Treffen wirft Schatten voraus

Gerhard Schröder traf sich am Sonntag am Rande der 750-Jahrfeier von Kaliningrad/Königsberg mit Franreichs Staatschef Jacques Chirac und Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Dabei forderte der Bundeskanzler mehr Gewicht für Wirtschafts- und Energiefragen.

HB KALININGRAD. Der protokollarische Höhepunkt der dreitägigen Jubiläumsfeier der früheren ostpreußischen Hauptstadt wurde jedoch überschattet von der russischen Weigerung, die Nachbarländer Polen und Litauen auf oberster Ebene dazu einzuladen.

Die drei Politiker sprachen bei ihrem Treffen in Swetlogorsk, dem ehemaligen ostpreußischen Seebad Rauschen 50 Kilometer von Königsberg, demonstrativ über weltpolitische Fragen. Es ging unter anderem um den kommenden G8-Gipfel, Iran und den Irak.

„In diesem Format werden andere Probleme gelöst“, rechtfertigte Putin seine Einladungspolitik. Das Stadtjubiläum sei dagegen eine russische innenpolitische Angelegenheit. Schröder sei deshalb eingeladen, weil die Kaliningrader Universität den Namen des deutschen Königsberger Philosophen Immanuel Kant erhalte.

Die Nachbarn nicht einzuladen, sei „mehr als ein Fehler“, hatte der polnische Präsident Aleksander Kwasniewski in den Vortagen gesagt. Putin entgegnete, dass mehr als 100 „Freunde aus den Nachbarländern“ an der Feier teilnähmen. Dabei handelte es sich meist um rangniedrige Politiker wie die Chefs der an Kaliningrad grenzenden polnischen Woiwodschaften. Das westlichste russische Verwaltungsgebiet wird von den EU-Mitgliedern Polen und Litauen umschlossen.

Zur internationalen Furcht vor dem iranischen Nuklearprogramm sagte Chirac, Frankreich, Deutschland und Großbritannien wollten mit Teheran eine Lösung festschreiben, die die Entwicklung einer Atombombe ausschließe. Russland solle in diese Lösung einbezogen werden. Moskau hat angeboten, fertige nukleare Brennstäbe nach Iran zu liefern, um eine bessere internationale Kontrolle zu ermöglichen.

Putin, Schröder und Chirac sprachen auch über das Gipfeltreffen der Gruppe der sieben führenden Industrienationen und Russlands (G8) ab dem kommenden Mittwoch in Schottland. Zum Thema Klimaschutz solle die G8 mindestens die Anforderungen des Kyoto-Protokolls von 1997 bekräftigen, forderten sie mit Blick auf die ablehnende Haltung der USA. Russland wolle bei seinem G8-Vorsitz im kommenden Jahr die weltweite Energieversorgung zum Thema machen, kündigte Putin an.

Seite 1:

G-8-Treffen wirft Schatten voraus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%