Putin und Trump
Nato gibt sich optimistisch, aber Misstrauen bleibt

In der Nato wird die Annäherung zwischen Trump und Putin mit Misstrauen beobachtet. Doch das Militärbündnis begrüßt jegliche Entschärfung der Rhetorik. Generalsekretär Stoltenberg fordert Putin nun zu Taten auf.
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BrüsselNato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat sich vorsichtig optimistisch über die Möglichkeit einer Annäherung zwischen Russland und den USA unter ihrem künftigen Präsidenten Donald Trump geäußert. „Ich begrüße jegliche Entschärfung der Rhetorik. Eine weniger aggressive Rhetorik kann der erste Schritt zu einem besseren Dialog sein“, sagte Stoltenberg am Dienstag in Brüssel zum Auftakt eines zweitägigen Außenministertreffens der Militärallianz. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte jüngst in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation einen ungewöhnlich versöhnlichen Tonfall angeschlagen und erklärt, er strebe eine gute Zusammenarbeit mit der neuen US-Regierung an. Er wolle das Land als Freund und nicht als Feind haben.

Stoltenberg forderte Putin auf, mit der Annäherung ernst zu machen. „Worte zählen, aber Taten zählen noch mehr“, sagte der Nato-Generalsekretär.

„Das wichtigste ist, welche Taten der russischen Seite wir sehen.“ Die Militärallianz werde weiter eine Doppelstrategie gegenüber Russland verfolgen, die aus Abschreckung bei gleichzeitiger Dialogbereitschaft bestehe. „Wir glauben, dass Dialog gerade dann besonders wichtig ist, wenn die Spannungen groß sind“, erklärte Stoltenberg. „Wir wollen keinen neuen Kalten Krieg, keine Konfrontation mit Russland. Wir werden uns weiter um konstruktive Beziehungen mit Russland bemühen.“

In der Nato wird die Annäherung zwischen Trump und Putin mit Misstrauen beobachtet. Trump hat Grundpfeiler des westlichen Militärbündnisses wie die gegenseitige Beistandsverpflichtung infrage gestellt, was besonders in den östlichen Nato-Staaten für Unruhe sorgt. Putin hofft auf eine Kooperation mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus. Experten werten dies als Hinweis auf Syrien, wo Russland Präsident Baschar al-Assad stützt, während die USA bisher den Rebellen im Kampf gegen Assad helfen. Russland setzt offenbar darauf, mit Trump als US-Präsident künftig freiere Hand bei seinem Vorgehen dort zu haben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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