„Putin wäre gekommen“

Altkanzler Schmidt vermisst Russland bei G7

Angela Merkel als Gastgeberin: In Schloss Elmau treffen sich ab Sonntag die G7. Russland hat keine Einladung erhalten. Was Altkanzler Helmut Schmidt nicht verstehen kann. Seine Gipfel-Erwartungen sind daher bescheiden.
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Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hat Verständnis für einige Entscheidungen von Kremlchef Wladimir Putin. Quelle: dpa
Helmut Schmidt

Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hat Verständnis für einige Entscheidungen von Kremlchef Wladimir Putin.

(Foto: dpa)

HamburgAltbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) hält den am 7. Juni im bayerischen Elmau beginnenden G7-Gipfel ohne Teilnahme Russlands für nicht sinnvoll. „Meine Erwartungen sind begrenzt“, sagte Schmidt der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf mögliche Ergebnisse des Treffens. Er erhoffe sich vor dem Hintergrund der Ukraine-Krise lediglich, dass die westlichen Staats- und Regierungschefs „nicht Öl ins Feuer gießen. Und damit bin ich dann zufrieden“.

Schmidt äußerte die Überzeugung, dass der russische Präsident Wladimir Putin eine Gipfel-Einladung des Westens angenommen hätte, wenn sie „in gehöriger Form ausgesprochen worden wäre“. Der 96-Jährige wörtlich: „Ich sehe deutlich, dass Putin beleidigt ist durch die Tatsache, dass der Westen ihn seiner Vorstellung nach nicht ernst genug nimmt.“

Schmidt zeigte zudem ein gewisses Verständnis für Putins aggressive Politik, die ihn im Westen isoliert hat. „Putin ist derjenige Mann, der nach der Wildwest-Periode unter (Präsident Boris) Jelzin den russischen Staat wiederhergestellt hat. Das ist nach seinen Vorstellungen seine Aufgabe.“

Der russische Präsident habe das letzte noch bestehende „Kolonialreich geerbt“, das er zu erhalten versuche. Dabei handele Putin nur aus einer vermeintlich starken Position, so Schmidt: „Es ist eine Stärke, von der der Inhaber dieser Stärke weiß, dass er sie nicht anwenden kann.“

Putin spielt, Putin trifft, alle jubeln
Tradition verpflichtet
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Bei der alljährlichen Gala der „Night Ice Hockey League“ wagte sich der russische Präsident auch 2017 wieder auf das Eis in Sotschi. Dabei machte er eine durchaus athletische Figur.

Erfolgreiches Team
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Zusammen mit anderen russischen Politikern und Sportlern spielte Putin in einem Team – und das recht erfolgreich.

Höchste Konzentration
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Sieben Mal beförderte der Präsident den Puck in das Tor der Gegner. In diesem Moment steht er noch senkrecht auf dem Eis...

Auf dem Boden der Tatsachen
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... doch Sekunden später liegt der Präsident am Boden. Ernsthaft verletzt hat sich Putin dabei aber nicht.

Auf Erfolgskurs
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Schon kurze Zeit später trifft Putin erneut ins Tor der Gegner. Traditionell läuft der Präsident bei den Eishockey-Spielen mit Trikotnummer 11 auf.

Lieblingssport
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Bereits 2014 stand der mittlerweile 64-jährige Staatschef für die „Night Ice Hockey Liga“ auf dem Platz. Eishockey zählt zu den Lieblingssportarten des Präsidenten.

Das Allstar-Team
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Auch dem Show-Spiel, das parallel zur Eishockey-Weltmeisterschaft stattfand, landete Putin einige Treffer für sein Team.

Schmidt gab sich in dem Gespräch zuversichtlich, dass aus der derzeitigen Konfrontation zwischen dem Westen und Russland keine militärische Auseinandersetzung entsteht. „Ich nehme an, dass weder Putin noch (US-Präsident Barack) Obama einen Krieg führen wollen. Die Krim ist ist kein Kriegsgrund. Die Ukraine insgesamt ist weder für Obama noch Putin ein wirklicher Kriegsgrund.“ Es werde vielmehr weiterhin schwierige, und womöglich jahrelang ergebnislose Verhandlungen zwischen Russland und dem Westen geben.

Im bayerischen Schloss Elmau treffen sich am kommenden Sonntag und Montag auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Staats- und Regierungschefs der USA, Kanadas, Frankreichs, Italiens, Japans und Großbritanniens. Russland, das die Gruppe der Sieben 1998 zu den G8 erweitert hatte, wurde 2014 nach der Annexion der Krim ausgeschlossen.

G7-Gipfel extrem: Grenzkontrollen wieder eingeführt

  • dpa
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  • SANKTIONEN
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    Maschinenbauer: Russland-Krise hinterlässt immer tiefere Spuren
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    Die Russland-Krise macht den deutschen Maschinenbauern schwer zu schaffen: Im April verzeichneten die Sparte im Vergleich zum Vorjahresmonat zwei Prozent weniger Bestellungen. Die Unternehmen fürchten, den russischen Markt an die Konkurrenz aus China dauerhaft zu verlieren.
    ----------------------------------------------Meinung---------------------------------------------
    Offensichtlich die Folgen des westlichen NATO-Staates. Europa ist zu schlapp, um sich gegen die Herrschaft der USA aufzulehnen!

  • Frau Merkel ist nun mal stramm US-hörig und macht alles was Obama ihr sagt.
    Sie verkauft und verrät ihr eigenes Land. Denn wenn es zu Krieg kommt, werden wir die Leidtragenden sein.
    Politiker eines Helmut Schmidt fehlen userem Land, denn die damaligen Politiker hatten einen hohen Bildungsgrad und vor allem Anstand

  • (...)
    Die meisten Ukrainer trauen ihrer Regierung nicht mehr über den Weg, da Sie zu sehr fremdgesteuert ist. Und ich denke wir sollten uns da auch raushalten und auf einen Neuanfang mit hinwirken aber ohne diese Regierung der Oligarchen und ihren Auftraggebern den USA !!!

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte verwenden Sie keine Zitate ohne Quellenangabe.

  • Wirtschaftssanktionen gegen Russland haben deutscher Wirtschaft besonders auch unserer Landwirtschaft sehr geschadet.
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    Jahrzehnte lange sehr gute wirtschaftliche Beziehungen wurden wegen Ukraine fremdbestimmt zerstört !

    Negativ und unbedacht ist auch G7- Gipfel, Ausladen von Putin !
    Solange Menschen im Gespräch sind – können dies was bewegen – Funkstille ist gefährlich!...aber das gerade wollen die AMIS !!
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    Deutschland buckelt als willfähriger USA-Vasalle – ohne eigenen Standpunkt vor und hinder USA -das ist zum Schämen !

  • “Wir haben immer die größten Wohlstandswellen in Deutschland gehabt, als der Handel im Osten, bis hin nach Russland, vielleicht sogar weiter, offen war.
    (…)
    Um die Sanktionen kümmern sich amerikanische Firmen herzlich wenig; zur selben Zeit, wo sie uns vorschreiben, wir dürften mit Russland keine Geschäfte machen, fahren sie selber hin.
    -
    Bestes Beispiel, das letzte Treffen in Sankt Petersburg, wo den deutschen Vorstandsvertreter nahe gelegt wurde, fern zu bleiben, nicht dort hinzufahren (das haben die dann auch nicht gemacht), sind dort aber Vertreter der großen amerikanischen Konzerne dort gewesen.”

  • C. Rice und Z. Brzeziński hatten darauf hingewiesen, dass es für die USA äußerst wichtig ist, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und Europa einzuschränken – man will die Absatzmärkte dort für sich selbst nutzen.
    Einmal geht es darum, das Energiemonopol Russlands in Europa zu brechen (Gazprom), wahrscheinlich will man dann mit TTIP&Co. das amerikanische Erdgas in Europa standardisieren. Zum anderen sollen die ehemaligen Ostblockstaaten gegen Russland aufgerüstet werden, indem sie eng an die NATO angebunden werden und so unter amerikanischer Kontrolle sind.
    Die Ukraine ist ein wichtiges Transitland für Europa, da Europa nur über die Ukraine den Handelsplatz Nr. 1 der Zukunft: Russland, China, Indien, erreichen kann. Diesen Zugang wollen die USA kontrollieren.

  • BRD raus aus der fremdbestimmten EU-Diktatur:
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    U. a. Reiche immer reicher...Arme immer ärmer – Verkauf der EU-Bürger geheim als Knechte an die Neue Welt-Wirtschafts – Politik mit Privaten Schiedsgerichten – ausschließlich für Großbanken, Monopolisten,, Hedgefonds, Heuschrecken Großkapitalisten der USA !!!
    Durch buckelnde und USA- willfährige BRD- u. EU-Politiker in geheimen Entscheidungen
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    EU-Bürger über TTIP friedlich in USA-Wirtschafts-Sklaverei überstellt !
    Jahre lange Gehirnwäsche, Meanstreammedien, Desinformationen, Lügen, Geheimhaltungen waren Wegbereiter der Knechtschaft in TTIP – Neue Weltwirtschaft der USA mit deren fremdbestimmten EU-Vasallen – Staaten!
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    Raus aus der fremdbestimmten NATO: 3. Weltkrieg – Vorbereitungen sind schon im Gang , u.a. Ukraine durch Feindbilder & Hetze !!!

  • Bei Russland darf man nicht vergessen, es ist das größte und Rohstoffreichste Land der Erde.
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    Die EU hat die stärkste verarbeitende Industrie. Geographisch auf dem selben Kontinent, Nachbarn sogar, was für ein unglaubliches Potenzial würde eine Verbindung Russlands mit der EU geben.
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    Doch wer hat panische Angst davor ? Wer würde seine Macht verlieren und müsste sich anderen fügen ? Genau, der welcher gerade die Politik der Welt bestimmt, uns die Lösungen aufzwingen will. Wer aus welchen Interessen agiert ist doch ganz eindeutig, warum wird dann so dumm nach den Wünschen desjenigen gehandelt, der genau das gegenteilige Interesse von uns hat ?
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    Wirtschaftlich und Geographisch sowieso ist die USA bald unbedeutend. Nur durch militärischen Druck noch eine Weltmacht, Gewaltherrschaft als einzige Option der Zukunft !?!?

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    DAVON MÜSSEN WIR UNS DRINGEND LÖSEN !!!

  • @ Herr Renatus Isenberg

    Druckmittel, gegen die mächtigste Frau der Welt? (lt. forbes)

  • Frankreich und Italien gehören nicht in den G7 Verein und sollten ausgetauscht werden gegen Russland und China. Basta…
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    “Nichts entehrt und erniedrigt mehr als Hochmut. Des Hochmütigen Ansprüche nimmt man öfter mit Gelächter und Verachtung als mit Unwillen auf.” Johann Wolfgang von Goethe

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