Putin zur Lage Russlands: „Bestellte Kampagnen und schulmeisterhafte Belehrungen“

Putin zur Lage Russlands
„Sie haben versucht, uns nach fremder Pfeife tanzen zu lassen“

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„Bestellte Kampagnen und schulmeisterhafte Belehrungen“

Nach zwei Jahren Rezession beschwor Putin Zeichen der Entspannung. „Der Abschwung in der Realwirtschaft geht zurück, es gibt sogar ein kleines industrielles Wachstum“, sagte er. 2015 war die Wirtschaftsleistung um 3,7 Prozent eingebrochen. Für das gesamte Jahr 2016 dürfte der Rückgang unbedeutend sein, meinte er.

Die Rohstoffmacht leidet seit 2014 unter den Folgen niedriger Ölpreise. Westliche Sanktionen wegen der Ukraine-Krise verschärfen die Lage. Doch die Strafmaßnahmen hätten nicht gewirkt, meinte Putin. „Sie haben versucht, uns nach fremder Pfeife tanzen zu lassen, wie wir im Volksmund sagen, damit wir unsere fundamentalen Interessen vernachlässigen.“ Die Hauptgründe für den Abschwung seien aber etwa Defizite bei Investitionen, Wettbewerb und in der Ausbildung.

Putin kündigte an, Russland werde sich stärker vor Hackerangriffen schützen. „Auch in diesem Jahr sind wir mit Versuchen konfrontiert, dass aus dem Ausland Druck auf uns ausgeübt wird, unter anderem durch bestellte Kampagnen und schulmeisterhafte Belehrungen.“ Als Beispiel nannte er den „sogenannten Dopingskandal“ im russischen Sport. „Er wird uns helfen, das fortschrittlichste System zur Doping-Bekämpfung zu schaffen“, sagte Putin. Russland wird Staatsdoping vorgeworfen, als Folge wurden Hunderte Athleten für Olympia in Rio gesperrt.

Angesichts jüngster Korruptionsskandale bekannte sich Putin auch zum Kampf gegen die Bestechlichkeit. Dieser erfordere „Professionalismus und Verantwortungsbewusstsein“. Die meisten Beamten seien ehrliche Menschen. Zuletzt hatte die Festnahme von Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew wegen angeblicher Korruption für Aufsehen gesorgt. Experten beklagen seit Jahren ein Klima der Vetternwirtschaft in Russland und mangelnden Willen der Führung zu ihrer Bekämpfung.

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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Putin zur Lage Russlands: „Sie haben versucht, uns nach fremder Pfeife tanzen zu lassen“"

Alle Kommentare
  • Putin : "„Sie haben versucht, uns nach fremder Pfeife tanzen zu lassen, wie wir im Volksmund sagen, damit wir unsere fundamentalen Interessen vernachlässigen.“
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    Es ist natürlich ärgerlich für die Gierhälse in den USA, zunächst keine weitere "Jelzin"-Marionette im Kreml installieren und so die Fortsetzung der Plünderung russischer Ressourcen nicht fortsetzen zu können ------- aber die Politik des Regimechanges unter dem Vorwand, Demokratie- und Menschenrechtsdefizite im Zielland zu sehen, wird auch bei einer US-Regierung Trump weiterhin auf der Tagesordnung stehen, da sollte sich Putin keinen Illusionen hingeben.
    Russland möchte auf Augenhöhe verhandeln.
    Wie sagten es die alten Römer : "Wenn du den Frieden willst, rüste für den Krieg" ----- und bei der Art der Rüstung gibt es viele Spielarten. So kann Augenhöhe hergestellt werden, die erforderlich ist, um faire Arrangements zu erzielen.


  • Vor allem wenn Erdogan ernst macht, schickt er uns die Flüchtlinge auf den Hals.

    Keine schöne Situation

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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