Putsch
Staatsstreich in Honduras weltweit verurteilt

Der Staatsstreich in Honduras ist weltweit auf große Empörung gestoßen. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon verlangte die Wiedereinsetzung des demokratisch gewählten Präsidenten Zelaya. Die USA teilten mit, den vom honduranischen Parlament ernannten Nachfolger werde man nicht anerkennen.

HB TEGUCIGALPA. Die Absetzung des linksgerichteten honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya ist international einhellig verurteilt worden. Der Umsturz wurde von den USA und der EU genauso wie von Kuba oder Venezuela kritisiert. Zelaya war am Sonntag wenige Stunden vor einem von ihm angesetzten und innenpolitisch umstrittenen Referendum von Soldaten festgenommen und ins Exil geschickt worden. Es war der erste Umsturz in Mittelamerika seit 16 Jahren.

Die Abgeordneten in Honduras wählten Parlamentspräsident Roberto Micheletti als Nachfolger. In einer Resolution wurden Zelaya rechtswidriges Verhalten und Gefährdung des Staates vorgeworfen. Zelaya bezeichnete das Vorgehen der Streitkräfte hingegen nach seiner Ankunft in Costa Rica als Putsch und Entführung.

US-Präsident Barack Obama rief alle Seiten auf, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu respektieren. Er forderte die Konfliktparteien auf, den Streit am Verhandlungstisch friedlich beizulegen. Die EU verurteilte Zelayas Festnahme. Die EU-Außenminister erklärten, Zelayas Absetzung stelle eine „inakzeptable Verletzung der verfassungsmäßigen Ordnung in Honduras“ dar.

Der Machtkampf zwischen Streitkräften und Präsident entzündete sich an dem von Zelaya geplanten Referendum, das der Oberste Gerichtshof für unzulässig erklärt hatte. Die Wähler sollten darüber abstimmen, ob zeitgleich mit der Präsidentenwahl im November ein Referendum über die Wahl einer Verfassungsgebenden Versammlung stattfinden soll. Kritiker warfen dem Präsidenten vor, er wolle mit der angestrebten Verfassungsänderung seine im Januar 2010 endende Amtszeit verlängern. Selbst einige Abgeordnete von Zelayas Partei lehnten sie ab. Unterstützt wurde der Präsident dagegen von Gewerkschaftsführern, Bauern und Organisationen der Zivilgesellschaft, die sich von einer Verfassungsreform in dem armen Land mehr Mitsprache erhofften.

Nach dem Militärputsch kam es zu Protesten von Anhängern des gestürzten Präsidenten. In der Hauptstadt Tegucigalpa errichteten Hunderte Regierungsanhänger - einige von ihnen mit Schaufeln und Metallstangen bewaffnet - am späten Sonntagabend Straßensperren und blockierten die Zufahrt zum Präsidentenpalast, der von Soldaten in Kampfausrüstung beschützt wurde. Sie zündeten Reifen an und bewarfen Autos mit Steinen. Augenzeugen zufolge fielen auch Schüsse. Unklar blieb, von wem diese abgefeuert wurden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%