Putsch-Vorwürfe aus Moskau
Kirgisien-Krise: Erneute Auschreitungen

Der aus Kirgisien geflohene Präsident Akajew behauptet, nach wie vor im Amt zu sein. Der Opposition wirft er einen «Putsch» vor. In der Hauptstadt kam es erneut zu Unruhen.

HB BERLIN. In der kirgisischen Hauptstadt Bischkek ist es auch in der zweiten Nacht nach dem Sturz der Regierung zu Ausschreitungen gekommen. Trotz eines von den neuen Machthabern verhängten Ausgehverbots plünderten Tausende Geschäfte in der Innenstadt. Anders als in der Nacht zuvor versuchten Sicherheitskräfte, die Plünderungen zu verhindern.

Der bisherige Staatschef Askar Akajew hat zuvor Berichte über einen Umsturz in seinem Land zurückgewiesen, wie Medien am Freitag berichten. Laut der russischen Nachrichtenagentur Itar-Tass hält er sich nur vorübergehend in einem Kurort im Norden Kasachstans auf. In der Hauptstadt Bischkek kam es am abend erneut zu Unruhen.

Die kirgisische Nachrichtenagentur Kabar veröffentlichte eine E-Mail Akajews. «Gerüchte über meinen Rücktritt vom Amt des Präsidenten sind böswillig erfunden», wird er darin zitiert. Zugleich warf er der Opposition einen «Putsch» gegen ihn vor.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor der Opposition in der zentralasiatischen Republik vorgeworfen, Akajew illegal aus dem Amt entfernt zu haben. Er bot dem Präsidenten politisches Asyl in Russland an.

Am Donnerstag hatte es geheißen, Akajew sei nach der Stürmung der Regierungsgebäude aus der Hauptstadt Bischkek geflohen. Inzwischen hatte der Oppositionsführer Kurmanbek Bakijew bekannt gegeben, das Parlament habe ihn zum vorübergehenden Staats- und Regierungschef ernannt. Er ließ Neuwahlen im Juni ankündigen.

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen der vorangegangenen Nacht wurde Plünderern mit harten Strafen gedroht. Für die Nacht zu Samstag wurde eine Ausgangssperre zwischen 18 Uhr und 6 Uhr morgens verhängt.

Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice sprach sich für baldige Wahlen aus. «Wir wünschen uns einen Prozess, der zu Stabilität führt», sagte sie. Die USA und Russland unterhalten in Kirgisien je einen Truppenstützpunkt.

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