Putsch weltweit verurteilt
Ein Polizeichef regiert nun in Mauretanien

Die Militärjunta in Mauretanien hat einen Tag nach ihrem Putsch den Polizeichef Ely Ould Mohammed Vall zum neuen Präsidenten des westafrikanischen Landes ernannt.

HB NOUAKCHOTT. Wie der staatliche Rundfunk am Donnerstag in Nouakchott berichtete, übernahm der 55-jährige Oberst den Vorsitz im „Militärrat für Gerechtigkeit und Demokratie“, der am Vortag mit einem unblutigen Staatsstreich die Macht ergriffen hatte.

Ould Vall war ein enger Vertrauter des gestürzten Präsidenten Maouia Ould Taya. Die internationale Staatengemeinschaft verurteilte den Putsch einhellig. Die Vereinten Nationen, die Europäische Union und die USA forderten eine Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung in dem Wüstenstaat am Westrand der Sahara.

In der Hauptstadt Nouakchott normalisierte sich die Lage. Hunderte von Anhängern der Opposition feierten den Sturz von Ould Taya mit einer spontanen Kundgebung. Die Banken und Geschäfte waren wieder geöffnet. Die neuen Machthaber verhängten keine Ausgangssperre und ließen auch keine Mitglieder der Ould-Taya-Regierung festnehmen. Allerdings patrouillierten weiterhin Militärs in den Straßen.

Ould Taya war entmachtet worden, als er sich zu einem Kondolenzbesuch in Saudi-Arabien aufhielt. Er konnte nicht nach Mauretanien zurückkehren und ließ sich vorerst in Niamey im Sahara- Staat Niger nieder.

Der neue Machthaber Ould Vall hatte bereits 1984 den Putsch organisiert, mit dem Ould Taya damals an die Macht gekommen war. Seit 1987 stand er an der Spitze der Sicherheitskräfte. Die Putschisten kündigten an, sie wollten das Land für eine Übergangszeit von zwei Jahren regieren und demokratische Institutionen aufbauen. Nach Ablauf der Frist sollen frei Wahlen stattfinden.

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