PWC-Umfrage: Deutsche Manager sind die „Optimismus-Weltmeister“

PWC-Umfrage
Deutsche Manager sind die „Optimismus-Weltmeister“

Drei Viertel der deutschen Spitzenmanager reisen gute gestimmt in Davos an. Sie rechnen bis 2015 mit wachsenden Geschäften - und heben sich damit deutlich von ihren Kollegen im Rest des krisengeplagten Europas ab.
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DüsseldorfDie Wirtschaftselite richtet sich auf einen Konjunktureinbruch ein. Fast jeder zweite Topmanager rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einer Eintrübung der Weltkonjunktur. Das ergab eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) im Vorfeld des Davoser Weltwirtschaftsforums. Nur 15 Prozent von 1258 Befragten rechnen mit einer freundlichen Entwicklung. Bemerkenswert: Westeuropäer wie Asiaten sind sich in dieser Einschätzung weitgehend einig. Nur die Amerikaner zeichnen sich durch vergleichsweise großen Optimismus aus. In den USA und Kanada fürchtet nur ein Drittel der Manager schlechtere Zeiten.

Das traditionelle PwC-Stimmungsbarometer zeigt aber erneut kräftige Unterschiede zwischen der Einschätzung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Situation des eigenen Unternehmens. Hier sind durchweg alle Manager viel optimistischer. Im Schnitt rechnen 40 Prozent der Topleute mit wachsenden Umsätzen in diesem Jahr. Das sind zwar acht Punkte weniger als im Vorjahr, aber noch weit mehr als im Krisenjahr 2009.

Die deutschen Führungskräfte fallen erneut durch eine vergleichsweise positive Einschätzung auf: Fast drei Viertel der deutschen Spitzenmanager rechnet sogar bis 2015 mit wachsenden Geschäften. Damit heben sich die Deutschen erneut deutlich vom Rest der Welt ab. Global glauben 47 Prozent an ein Umsatzplus bis zur Mitte des Jahrzehnts. PwC verleiht den Deutschen deshalb den Titel des „Optimismus-Weltmeisters“.

Allerdings gibt es Zweifel, ob diese Zuversicht berechtigt ist. Denn die deutsche Wirtschaft hängt stark von den Auslandsmärkten ab. Und ausgerechnet in den bisher wachstumsstarken Regionen macht sich Pessimismus breit. „Auch die bislang prosperierenden Schwellenländer bekommen die Konsequenzen der Euro-Krise zu spüren“, sagt Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstands von PwC Deutschland. „Die Hoffnung, dass sich die BRIC-Staaten von der Konjunkturentwicklung in den alten Industriestaaten abkoppeln könnten, hat sich als trügerisch erwiesen.“

Als Beleg führt PwC die Ergebnisse aus Asien an. Noch 2011 hätten mehr als 70 Prozent der chinesischen Manager ihre Wachstumsperspektiven auf Jahressicht mit „sehr zuversichtlich“ beurteilt. Nun sind es nur noch 51 Prozent. Noch extremer ist der Stimmungseinbruch in Indien von 88 auf 55 Prozent ausgefallen. Gleichwohl spielen in den Expansionsstrategien westlicher Manager diese Märkte weiterhin eine Schlüsselrolle. Gefragt nach den wichtigsten Regionen, lautet die Reihenfolge: China, USA, Brasilien, Indien; dann folgt schon Deutschland noch vor Russland.

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Dieter Fockenbrock
Dieter Fockenbrock
Handelsblatt / Chefkorrespondent

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