_

Quote steigt ungebremst: Arbeitslosigkeit in Spanien so hoch wie seit 17 Jahren nicht

Spanien gelingt es nicht seine Rekordarbeitslosigkeit zu senken. Die Arbeitslosenquote stieg im Schlussquartal 2011 auf fast 23 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Anfang 1995.

Menschen warten vor einem Arbeitsamt in Madrid. Quelle: Reuters
Menschen warten vor einem Arbeitsamt in Madrid. Quelle: Reuters

MadridDie Arbeitslosigkeit im wirtschaftlich angeschlagenen Spanien hat einen langjährigen Höchststand erreicht. Im vierten Quartal hatte fast jeder vierte Spanier keine Arbeit. Die Arbeitslosenrate stieg von Oktober bis Dezember im Vergleich zum Vorquartal nochmals an - auf 22,85 Prozent von 21,5 Prozent, wie das nationale Statistikamt am Freitag mitteilte. 5,27 Millionen Spanier waren damit ohne Job. So hoch war die Rate seit 17 Jahren nicht.

Anzeige

Auch die Anzahl von Familien, deren berufsfähige Mitglieder alle ohne Job sind, erhöhte sich um 149 800 auf 1,58 Millionen . Spanien führt damit die Negativliste in der EU und sogar unter den OECD-Ländern an. Spanien hat seit mehreren Jahren die höchste Arbeitslosenquote in der Europäischen Union.

Weil auch die Wirtschaftsaussichten nicht rosig sind, ist nicht so schnell mit einer Verbesserung am Arbeitsmarkt zu rechnen. Spaniens Situation sei kompliziert, sagte Nicolas Lopez, Chefanalyst bei M&G Valores. Das Land müsse sowohl sein Staatsdefizit im Auge behalten als auch etwas für den Arbeitsmarkt tun. Es sei schwer, beides unter einen Hut zu bekommen.

Die neue Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy will in diesem Frühjahr eine tiefgreifende Reform des Arbeitsmarktes auf den Weg bringen, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Sowohl die spanische Zentralbank als auch der Internationale Währungsfonds (IWF) gehen in ihren jüngsten Schätzungen dennoch von einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit im Laufe des Jahres aus.

Nach Prognose der EU-Kommission wird die Arbeitslosenquote in Spanien auch in diesem Jahr über der 20-Prozent-Marke verharren. Dort liegt sie bereits seit 2010. Neben der schwachen wirtschaftlichen Entwicklung tragen dazu auch komplexe Tarifabkommen, gesetzlich festgelegte Abfindungszahlungen und befristete Verträge bei.

  • 27.01.2012, 12:32 UhrSayTheTruth

    Die Griechen machen es vor. Arbeiten lohnt sich nicht, man bekommt alles geschenkt in der EU, was man sich nicht erarbeitet.

    Das hat sich immer weiter rumgesprochen. Die fleissigen Idioten zahlen für die Faulen. Das ist das EU-Prinzip.

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Kontrolle weiter abgelehnt: Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Der Iran bleibt beim Atomprogramm stur: Kontrolleuren wird nach wie vor der Zugang zu den Anlagen verweigert - gleichzeitig kündigte die Regierung nun den Bau eines neuen Kernkraftwerks an. Streit ist vorprogrammiert.

Wird Strom teurer?: Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will mehr Tempo bei der Energiewende. Es ist eine Herkulesaufgabe. Nun drohen auch noch die Kosten auszuufern. Ein Zurück zur Atomkraft soll es aber nicht geben.

Über 90 Tote: Entsetzen über Massaker in Syrien

Entsetzen über Massaker in Syrien

Bei einem Massaker sind in Syrien mehr als 90 Zivilisten ums Leben gekommen, darunter auch viele Kinder. Die entsetzte internationale Gemeinschaft fordert erneut ein Ende der Gewalt - doch das Blutvergießen geht weiter.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International