Racan sieht Wahl als verloren an
Rechtsallianz bei Wahlen in Kroatien vorn

In Kroatien ist am Sonntag ein neues Parlament gewählt worden. Ersten Hochrechnungen zufolge konnte die Opposition die Wahl für sich entscheiden.

HB Berlin. Bei den Parlamentswahlen in Kroatien müssen die Sozialdemokraten (SDP) von Ministerpräsident Ivica Racan mit einer Niederlage rechnen. Nach der Auszählung von etwa zehn Prozent der Stimmen liege der bis 2000 regierende konservative Demokratische Bund (HDZ) vorn, teilte die Wahlkommission am Sonntagabend in Zagreb mit. Der HDZ hätte demnach 75 Sitze im Parlament, die SDP 63 Sitze.

Der HDZ hat seit den Wahlen vor drei Jahren in Ivo Sanader einen neuen Vorsitzenden, der den stramm nationalistischen Kurs des Bündnisses etwas abgeschwächt hat. Bis 2000 hatte der damalige Staatschef Franjo Tudjman an der Spitze des Bündnisses gestanden. Sanader hatte sich bereits kurz nach der Schließung der wahllokale zum Sieger erklärt.

Racan erklärte sich zur Anerkennung seiner Wahlniederlage bereit. Wenn sich die Ergebnisse bestätigten, bedeute dies, dass seine Koalition nicht genügend Sitze für die Regierungsbildung erhalten habe, sagte der Regierungschef im Fernsehen. In diesem Fall wolle er dem Sieger gratulieren.

Den Sozialdemokraten könnte zum Verhängnis werden, dass es ihnen nicht gelang, die Arbeitslosigkeit abzubauen. Zudem ist unklar, ob der bisherige Koalitionspartner, die katholisch geprägten Bauernpartei (HSS), zu einer weiteren Zusammenarbeit bereit ist.

Ingesamt hatten die mehr als 4,3 Millionen Kroaten die Wahl zwischen 55 Parteien und 50 Listen. Das Parlament (Sabor) zählt 140 Sitze, 14 für jeden der zehn Wahlkreise. Hinzu kommen noch acht für Minderheiten wie Serben, Ungarn und Italiener reservierte Mandate. An die Vertreter der 400.000 Auslandskroaten konnten bis zu zwölf Sitze vergeben werden.

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