Racheaktion angekündigt
Hisbollah droht Israel nach Attentat in Beirut

Bei einem Bombenanschlag in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist am Samstag ein Mitglied der Guerilla-Gruppe Hisbollah getötet worden, die das Attentat Israel zuschrieb. In dem von der pro-iranischen Organisation betriebenen Fernsehsender El Manar in Beirut wurde dem Nachbarstaat zugleich mit Rache gedroht.

Reuters BEIRUT. „Alle verfügbaren Informationen belegen zweifelsfrei Israels volle Verantwortung für dieses abscheuliche Verbrechen, das nicht ohne Strafe bleiben wird.“ Aus Sicherheitskreisen verlautete, der durch die Autobombe getötete Mann sei ein libanesischer Fahrer der iranischen Botschaft. Libanons Kulturminister Ghasi el Aridi sagte, das Attentat habe mit der Rolle der Hisbollah zu tun, die zum Abzug der israelischen Besatzungstruppen aus Süd-Libanon im Jahr 2000 geführt habe.

Augenzeugen berichteten von einem großen Explosionstrichter in der Straße, auf der die Autobombe hochgegangen war. Das Fahrzeug sei durch die Wucht der Detonation zehn Meter weit durch die Luft geschleudert worden. Der Fahrer sei durch die enorme Sprengkraft in Stücke gerissen worden. Ein Passant erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Aus Sicherheitskreisen verlautete, die Tat sei offenbar minutiös geplant gewesen. Der Mann habe den Wagen vor seinem Wohnhaus gestartet und eine Strecke von rund 100 Meter zurückgelegt, als die Bombe gezündet worden sei.

Kulturminister el Aridi sagte dem Fernsehsender El Dschasira, das Anschlagsopfer habe sich früher im Kampf gegen die israelischen Besatzungstruppen hervorgetan. „Ich glaube, diese Tat war gezielt darauf ausgerichtet, ihn auszuschalten“, fügte er hinzu. Die iranische Botschaft lehnte einen Kommentar zu dem Anschlag ab und äußerte sich auch nicht zu etwaigen Beziehung zu dem Opfer. Führungspersonen der Hisbollah sind bereits mehrfach Ziel von Attentaten geworden. Ihr früherer Anführer Abbas el Musaui war 1992 von Israel getötet worden.

Israel hatte sich im Mai 2000 aus der Sicherheitszone im Süden Libanons nach 22 Jahren Besatzung zurückgezogen, nachdem die Armee dort immer wieder bei Angriffen der Hisbollah und anderer Freischärler heftige Verluste erlitten hatte.

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