Raffarin nimmt an
Frankreichs Finanzminister Gaymard tritt zurück

Im Zuge einer Wohnungsaffäre ist der französische Finanzminister Hervé Gaymard am Freitag zurück getreten. Gaymard war in die Kritik geraten, weil er auf Kosten der Steuerzahler eine 600 Quadratmeter große Wohnung für eine monatliche Kaltmiete von 14 000 Euro bezogen hatte.

HB PARIS. Frankreichs Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin hat am Freitag den Rücktritt seines Finanzministers Herve Gaymard angenommen. Gaymard hatte zuvor im Zuge einer Dienstwohnungsaffäre nach nur drei Monaten im Amt seinen Rücktritt eingereicht. Die Affäre war in der vergangenen Woche ins Rollen gekommen, als bekannt wurde, dass Gaymard, seine Frau und seine acht Kinder trotz klammer öffentlicher Kassen auf Staatskosten eine 600 Quadratmeter große Luxus-Wohnung im Herzen der Hauptstadt Paris bezogen hatten. Der enge Vertraute von Staatspräsident Jacques Chirac besitzt selbst eine 200 Quadratmeter große Wohnung in der französischen Haupstadt.

Als heißester Anwärter für die Nachfolge Gaymards gilt der 40-jährige Haushaltsminister Jean-Francois Cope. Ebenfalls Chancen auf eine Nachfolge Gaymards werden dem Chef von France Telecom, Thierry Breton, sowie Arbeitsminister Jean-Louis Borloo eingeräumt.

Die Enthüllungen über Gaymard, der erst seit drei Monaten im Amt war, rissen in den vergangenen Tagen nicht ab und verstrickten den 44-Jährigen in Widersprüchlichkeiten und Unwahrheiten. So hatte er zunächst erklärt, keine eigene Bleibe in Paris zu besitzen, ohne seine Wohnung auf dem teuren linken Seine-Ufer zu erwähnen. Am Freitag wurde noch bekannt, dass der Minister insgesamt drei Wohnungen und zwei Häuser in Frankreich besitzt, mit einem geschätzten Gesamtwert von bis zu zwei Millionen Euro.

Premierminister Jean-Pierre Raffarin hatte Gaymard zunächst gedeckt, dann aber aufgefordert, die Widersprüche zu erklären. In den Medien und in der Opposition war immer lauter der Rücktritt des Ministers gefordert worden.

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