Raffinerien stark beschädigt – Goldman-Sachs-Chef warnt vor Belastung der Weltwirtschaft
„Katrina“ weckt Sorgen vor Energiekrise

Die verheerenden Folgen des Hurrikans „Katrina“ haben Ängste vor einer weltweiten Versorgungskrise ausgelöst.

brc/mm/tmo DÜSSELDORF/NEW YORK. Drohende Engpässe vor allem bei Benzin könnten „zu einem Problem für die gesamten Weltmärkte werden“, warnte der Chef der US-Investmentbank Goldman Sachs, Hank Paulson, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Auch die steigenden Energiepreise belasteten „ab einem bestimmten Punkt“ die Weltwirtschaft.

Offiziellen Angaben zufolge rissen „Katrina“ und die nachfolgende Flutwelle im Süden der USA mehrere tausend Menschen in den Tod. Präsident George W. Bush räumte ein, die Ergebnisse der Hilfsaktion seien inakzeptabel. Bush will heute zum zweiten Mal in das Katastrophengebiet reisen.

Paulson sagte, anders als frühere Naturkatastrophen habe der Hurrikan „die Ölproduktion und Raffinerien in den USA empfindlich getroffen“. Nun hänge alles davon ab, dass die lahm gelegten Förderplattformen, Pipelines und Raffinerien schnell repariert würden. Der Chef der Internationalen Energie-Agentur (IEA), Claude Mandil, sagte der Zeitung „Die Welt“: „Wenn die Krise die Ölprodukte betrifft, dann ist es eine weltweite Krise.“ Der Chefökonom der US-Investmentbank Morgan Stanley befürchtet, „Katrina“ könne sich „im Rückblick als Auslöser einer neuen Energiekrise erweisen“.

Nach Schätzungen von Banken können bis zu zwanzig Prozent der in der Krisenregion ansässigen Raffinerien zurzeit nicht produzieren. Das gefährde die landesweite Benzinversorgung der USA stärker als die ebenfalls von „Katrina“ stillgelegten Ölförderanlagen im Golf von Mexiko. US-Finanzminister John Snow betonte zwar, die amerikanische Wirtschaft werde sich von den Folgen „Katrinas“ „gut erholen“. Der Direktor im Wirtschaftsrat des Weißen Hauses, Alan Hubbard, erwartet aber, dass sich das Wachstum im dritten Quartal um „einen halben Prozentpunkt“ verringern wird.

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