Rajoy zögert mit Hilfsantrag

Spaniens Arbeitslosigkeit hoch wie noch nie

Die Arbeitslosigkeit in Spanien steigt auf ein Rekordhoch: Ein Viertel der Spanier hat keinen Arbeitsplatz. Damit erhöht sich der Druck der Wirtschaft auf die Regierung, nun doch die Hilfe der EZB zu beantragen.
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Jeder Vierte Spanier hatte zwischen Juli und September keinen Job. Quelle: dapd

Jeder Vierte Spanier hatte zwischen Juli und September keinen Job.

(Foto: dapd)

MadridDie Arbeitslosenquote in Spanien steht bei einem neuen Allzeithoch von 25,02 Prozent. Im dritten Quartal sei sie gegenüber den vorangegangenen drei Monaten um weitere 0,6 Prozentpunkte angestiegen, teilte das spanische Statistikinstitut INE am Freitag mit.

85.000 weitere Spanier seien von Juli bis September in die Arbeitslosigkeit geraten. Insgesamt liegt die Zahl damit bei 5,78 Millionen. Die Beschäftigungslage könne sich angesichts der strikten Sparvorgaben der Regierung und der anhaltenden Rezession noch weiter verschlechtern. Spanien kämpft mit der zweithöchsten Arbeitslosigkeit in der Europäischen Union. Nur in Griechenland liegt die Quote noch höher.

Spanische Reformbilanz in Zahlen.

Spanische Reformbilanz in Zahlen.

Spanien erlebt derzeit zum zweiten Mal innerhalb der vergangenen drei Jahre eine Rezession und kämpft mit massiven Finanzproblemen. Auch das Bankensystem muss neu strukturiert werden, was bis zu 60 Milliarden Euro kosten soll, die von der Eurogruppe bereitgestellt werden. Immer wieder war es angesichts der schlechten Lage für viele Spanier in den vergangenen Wochen und Monaten zu Protesten gegen die Regierung von Ministerpräsident Mariano Rajoy gekommen.

Spaniens Unternehmen drängen Rajoy bereits seit längerem, die grundsätzlich längst vereinbarte Hilfe der Europäischen Zentralbank (EZB) in Anspruch zu nehmen. Für diese Anleihekäufe, die die Refinanzierungskosten Spaniens senken würde, muss die Regierung jedoch einen formalen Hilfsantrag einreichen - davor schreckt Rajoy bislang zurück.

Zuletzt hatten die internationalen Ratingagenturen auf eine weitere Herabstufung des überschuldeten Landes verzichtet, was den Druck ein wenig gemildert hatte.

Beobachter in Madrid erwarten nach der Veröffentlichung der neuen Arbeitsmarktdaten jedoch, dass die Realwirtschaft nun noch energischer auf den Hilfsantrag drängen werden.

  • dapd
  • dpa
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30 Kommentare zu "Rajoy zögert mit Hilfsantrag: Spaniens Arbeitslosigkeit hoch wie noch nie"

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  • Die Notlage birgt auch Chancen - Spanien könnte die hohe Arbeitslosigkeit nutzen, um die Macht der Gewerkschaften, welche die Gesellschaft in ihrem Würgegriff halten, zu brechen.
    Jetzt wäre eine Politik nötig, welche den streikenden Massen den Weg in eine neue Wohlstandsgesellschaft zeigt. Eine Gesellschaft, in der Werte wie Eigenverantwortung, Engagement und Qualifikation das Berufsbild prägen. Weg von der (Triller-)Pfeifen-Mentalität!

    Das Experiment des Euro-Sozialismus ist endgültig gescheitert!

  • Geld, Politik und Religion

    Das Geld ist die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung in einer arbeitsteiligen Zivilisation, und der Geldkreislauf der Volkswirtschaft ist so lebenswichtig wie der Blutkreislauf des Menschen. Bricht der Geldkreislauf zusammen (Liquiditätsfalle), ist das das Ende der Zivilisation.

    Damit das "Geld, wie es (noch) ist" (Zinsgeld) in Bewegung (im Umlauf) bleibt, werden heute zwei Mechanismen eingesetzt, die aber beide in ihrer Wirkung destruktiv sind und jede Volkswirtschaft mit mathematischer Präzision zerstören: das "Zuckerbrot" der Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins) und die "Peitsche" der schleichenden Inflation.

    Für den Zinsgeldverleih muss der Urzins bezahlt werden, was zur systemischen Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz (Privatkapitalismus) führt; und die schleichende Inflation ist erforderlich, um das Elend von einem Krieg bis zum nächsten zu verlängern.

    Wer "Spitzenpolitiker" in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) spielen will, darf diese Zusammenhänge auf gar keinen Fall wissen; und wer ein von der "hohen Politik" anerkannter "Wirtschaftsexperte" sein will, darf auf gar keinen Fall wissen, was Geld ist:

    http://www.swupload.com//data/Geld-Geldmengen-Geldillusionen.pdf

    Damit die Marktwirtschaft für das arbeitende Volk auf jeden Fall kapitalistisch bleibt, sodass "Spitzenpolitiker", "Wirtschaftsexperten" und andere sinnfreie Existenzen auch weiterhin beschäftigt bleiben, gibt es seit jeher die Religion (selektive geistige Blindheit gegenüber makroökonomischen Konstruktionsfehlern).

    Wer sich nicht einbildet, er wüsste schon was, kann hier weiterlesen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/10/geld.html

  • @Mary: Vollbeschäftigung???

    Die wahren Zahlen

    http://www.volksprotest.de

    siehe Forum...Lösungen!

    Siehe auch Kopp News des Kopp Verlages!

  • Dabei gäbe es sehr wohl Alternativen!

    Kanada, die Schweiz, die skandinavischen Länder...

    http://www.zeit-fragen.ch

    Das zweite Scheitern des Liberalismus

    http://www.heise.de/tp/artikel/19/19062/1.html




    Exportorientierung statt Binnenmarkt - Entwicklung

    Das zweite Scheitern des Liberalismus - Teil 2

    11.04.2005 – http://www.heise.de/tp/artikel/19/19828/1.html

  • Manfred Julius Müller: Gegen Freihandel, für Zollgrenzen!!! Für einen vernünftigen Protektionismus nach Friedrich List und Emmanuel Todd...

    http://www.neo-liberalismus.de

    http://www.anti-globalisierung.de

    Volksprotest - die Wahren Zahlen

    http://www.volksprotest.de

    Lösungen siehe Forum...

  • Montag, 22. Oktober 2012 - 11:42
    Spanien: Notstand durch Massenverarmung
    Wirtschaftskollaps
    Der Vorsitzende des spanischen Anti-Armuts-Netzwerks (EAPN), Carlos Suisas sagte in einer Rede am 18. Oktober, jedes Jahr seien seit Beginn der Krise eine Million Spanier in die Armut getrieben worden. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung - 12,7 Millionen Spanier - haben mittlerweile kein gesichertes Auskommen. Die Antwort auf diesen "wirklichen Notstand" der Massenarmut, der durch die Sparpolitik der letzten drei Jahre hervorgerufen wurde, sei "politischer Autismus", sagte Suisas.

    Weiterlesen

    http://www.bueso.de/node/6102


    Mörderische Troika-Politik zerstört Gesundheitsversorgung in Portugal, Spanien, Griechenland
    26. Oktober 2012 • 10:50 Uhr


    http://www.bueso.de/node/6110


    Portugal: Gewerkschaftsbund verurteilt mörderisches Spardiktat von „Ethikrat“ und Troika
    18. Oktober 2012 • 16:28 Uhr

    http://www.bueso.de/node/6093


    Neue Armut in Spanien wächst rapide
    10. Oktober 2012 • 17:12 Uhr

    http://www.bueso.de/node/6070

    Portugal plant Rationierung von Medikamenten
    3. Oktober 2012 • 18:52 Uhr

    http://www.bueso.de/node/6054

  • @ Stubi

    Ist Ihnen klar warum der Italiener von Deflation gesprochen hatte? Meines Wissens hat in den Mainstreammedien bisher kein Redakteur differenziert widersprochen. In Deutschland haben wir fast Vollbeschäftigung und was machen wir wenn morgen nicht JEMAND widerspricht? Das ist von den Amerikanern und dem Italiener zu_ oberschlau

  • Lieber Herr Machiavelli,
    1. Wir Deutsche leben z.Z. wie Gott in Frankreich und z.T. auf Kosten der schwächeren EU-Länder die sich gegen unsere Exportlawine wegen der EU-Verträge (Freihandelszone) nicht wehren können und nicht wehren dürfen. Somit können wir unsere Arbeitslosigkeit dank unseres Leistungsbilanzüberschusses exportieren (16 Milliarden im Schnitt PRO MONAT und das seit circa 17 Jahren)
    2. Die paar Milliarden die wir jährlich netto an Brüssel zahlen müssen sind Peanuts im Verhältnis zum Leistungsbilanzüberschuss den wir durch unseren Mitgliedsbeitrag an Brüssel (EU) realisieren dürfen und können.
    3. Den meisten Deutsche geht es besser als anderen EU-Bürger, außerdem ist es egal wie es den anderen EU-Ländern geht, und wenn in Griechenland, Spanien und Portugal die Jugendarbeitslosigkeit bei mehr als 50% liegt, wen juckt denn das? Den Herr Weidmann, Sinn, Sarrazin, Henkel, etc., etc., bestimmt nicht und mich schon gar nicht!
    4. Eine Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse wurde nie vereinbart, also sollen die arme Länder immer ärmer werden und die reiche immer reicher. So verstehe ich die von der deutsch-französische Achse diktierte EU-Verträge.
    5. Sollte uns etwa nicht passen dann können wir aus der EU und EURO austreten, wir werden nicht unbedingt gebraucht. Zur Zeit des Römischen Reich hat Germanien auch nicht zu Europa gehört!
    Und da lief in Europa alles bestens, ohne uns!

  • Die EU- und Euroverträge, von der deutsch-französische Interessengemeinschaft den anderen Mitgliedern diktiert, sind die Ursache dieser Entwicklung. Am Ende wird es, wie jetzt schon erkennbar, eine Konzentration der Euro-Industrie in einigen Länder mit größerer und stärkerer Wirtschaften stattfinden, während die kleinere Wirtschaften als Niedriglohnländer oder Bananenrepubliken degradiert werden. Als Produzent und Lieferant von Billigprodukte werden sich diese europäische Bananenrepubliken gegen den Wettbewerb aus Asien durch extrem niedrige Löhnen und Sozialdumping wehren müssen. Ob mit Erfolg ist zu bezweifeln.
    Die zahlreiche Nachteile dieser Entwicklung liegen auf der Hand. Fähige und gut ausgebildete Fachkräfte werden massenweise das alte Kontinent verlassen um ihr Glück anderswo zu suchen. Der Exodus hat schon begonnen und die Selbstmordrate ist auf das Dreifache gestiegen. Unzufriedenheit wird soziale Unruhen in den Peripherie Ländern als logische Folge haben, extremistische Parteien werden dadurch genügend Gefolgschaft finden oder alternativ Militärputsche.
    Die Eurozone braucht Wirtschaftskonvergenz, dies kann nur durch eine Änderung der EU- und Euro-Verträge erreicht werden.

  • Die spanische Arbeitslosigkeit war schon immer auf Rekordhöhe. Die vielen Arbeitslosen und Studienabbrecher haben lediglich eine Zeitlang Arbeit im Bausektor gefunden. Hochbausektor steckt jedoch spätestens seit dem Platzen der der Immobilienblase in der Krise. Im Straßenbau ist auch nichts mehr zu holen, weil in Spanien mit EU-Geldern schon fast jeder Feldweg geteert worden ist.

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