Raketen auf Israel abgefeuert
Hamas beendet Waffenruhe

Kämpfer der palästinensischen Hamas-Bewegung haben den vor fünf Monaten ausgerufenen Waffenstillstand mit Israel gebrochen.

HB GAZA. Der bewaffnete Arm der Organisation, die den palästinensischen Regierungschef Ismail Hanija und mehrere Minister im Kabinett der Einheitsregierung stellt, feuerte aus dem Gazastreifen mehr als 20 Raketen und Mörsergranaten auf den Süden Israels ab. Ein Sprecher des bewaffneten Arms der Hamas sagte mit Hinweis auf israelische Militäreinsätze, die Waffenruhe sei „lange beendet“. Die Hamas-Führung äußerte sich nicht.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nannte die Hamas-Aktion in Rom „eine Reaktion auf israelische Angriffe, bei denen neun Palästinenser getötet wurden.“ Der Bruch der Waffenruhe sei aber „eine Ausnahme“, sagte er nach Gesprächen mit Papst Benedikt XVI. und Italiens Ministerpräsident Romano Prodi. Prodi kritisierte die Hamas-Angriffe. Zugleich machte er deutlich, dass er eine Wiederaufnahme der Finanzhilfen an die Palästinenserregierung unterstütze. Er wolle dies in der EU zur Sprache bringen.

Bei dem Treffen Benedikts mit Abbas betonten beide Seiten die Notwendigkeit, den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern wieder in Gang zu bringen. Wie der Vatikan in einer Erklärung nach der Audienz weiter mitteilte, wurde dabei ausdrücklich das Engagement der internationalen Gemeinschaft in dieser Frage unterstrichen. Zugleich sei es um die Situation der Katholiken in den Palästinensergebieten gegangen. Es war bereits der zweite Besuch von Mahmud Abbas im Vatikan, der traditionell die Entwicklung in Israel und den Palästinensergebieten mit besonderem Interesse verfolgt.

Mit den Angriffen vom Dienstag reagierte die Hamas nach eigenen Angaben auf israelische Militäreinsätze im Westjordanland und im Gazastreifen. Abbas hatte die Waffenruhe am 26. November mit Führern militanter Organisationen ausgehandelt und den israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert zwei Tage darauf über die Einigung informiert. Seitdem gab es mehrfach Zwischenfälle, an denen auch die Hamas beteiligt war. Die Angriffe vom Dienstag waren aber die heftigsten seit fünf Monaten.

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