Raketen treffen Jerusalem
Israel setzt Militäroffensive fort

Die Gewalt in Nahost eskaliert. Israelische Kampfjets bombardieren Ziele im Gazastreifen, die Armee rüstet sich für eine Bodenoffensive. Palästinenser drohen – und schießen Raketen nach Tel Aviv und Jerusalem.

Tel Aviv/GazaIsraels Armee hat in der Nacht zum Mittwoch ihre massiven Angriffe im Gazastreifen fortgesetzt. Insgesamt seien 160 Ziele beschossen worden, sagte eine Militärsprecherin in Tel Aviv. Seit Beginn der Militäroperation in der Nacht zuvor hätten Luftwaffe und Marine 435 Ziele angegriffen. Militante Palästinenser im Gazastreifen hätten in diesem Zeitraum 225 Raketen auf Israel abgefeuert. Davon habe die Raketenabwehr rund 40 abgefangen.

Militante Mitglieder der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas hatten am Dienstagabend auch weiter entfernte Städte in Israel angegriffen, darunter auch die Küstenmetropole Tel Aviv und die Hauptstadt Jerusalem.

In Jerusalem warnten am Abend Sirenen vor einem Luftangriff. Zwei schwache Explosionen waren im Stadtzentrum kurz nach dem Luftalarm zu hören. Ob die Raketen eingeschlagen sind oder vom israelischen Schutzschild abgefangen wurden, war zunächst unklar. Jerusalem liegt etwa 80 Kilometer nördlich von Gaza. Über Verletzte oder Schäden war zunächst nichts bekannt. Am Nachmittag hatte das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ bereits einen Angriff auf die Metropole Tel Aviv abgewehrt.

In der Küstenstadt Chadera nördlich von Tel Aviv sei eine Rakete eingeschlagen, sagte die Sprecherin. Die Stadt liegt 117 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Dies sei der Raketenangriff mit der bisher größten Reichweite gewesen, sagte die Sprecherin. Es gab bislang keine Berichte über Opfer in Israel. Im Gazastreifen wurden am Dienstag nach Angaben der Rettungskräfte 25 Menschen getötet, unter ihnen auch Kinder. Bei einem Luftschlag im nördlichen Gaza-Streifen tötete Israel einen Anführer der Extremistengruppe Islamischer Dschihad getötet. Auch vier Angehörige des Extremistenführers Hafes Hamad starben bei dem Angriff. Eine Sprecherin des israelischen Militärs sagte, sie könne sich zu dem Militärschlag nicht im Detail äußern.

Hamad, zwei seiner Brüder und seine Eltern starben bei dem Bombardement seines Hauses in der Stadt Beit Hanun, wie das Innenministerium von Gaza mitteilte. Eine bislang nicht identifizierte Frau war ebenfalls unter den sechs Todesopfern. Die Gefechte waren die massivsten seit einer ähnlichen Offensive im November 2012.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas kündigte als Reaktion für Mittwoch ein Krisentreffen seiner Regierung an. Das berichtete der israelische Rundfunk. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi habe Abbas am Telefon zugesichert, sein Land werde sich für einen Waffenstillstand zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas einsetzen, hieß es weiter. Die Arabische Liga forderte den UN-Sicherheitsrat in New York auf, eine Dringlichkeitssitzung wegen der Lage in Nahen Osten abzuhalten, schrieb die israelische Zeitung „Haaretz“ am Dienstag.

Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas rief Israel auf, die Luftangriffe unverzüglich zu stoppen. Ein Sprecher von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Mark Regev, sagte, die Hamas sei mehrfach gewarnt worden, den Raketen-Beschuss auf Israel einzustellen. „Israels Streitkräfte agieren derzeit, um dem Ganzen ein für alle Mal ein Ende zu setzen.“

„Es wird nicht innerhalb eines Tages enden, es wird nicht in zwei Tagen enden“, sagte Jitzchak Aharonowitsch, der israelische Kabinettsminister für innere Sicherheit dem Sender Kanal 2. „Wenn wir für eine Bodenoperation hineingehen müssen, werden wir das tun“.

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