Raketenabwehr
USA wollen Meads-System weiterentwickeln

Am Raketenabwehrsystem Meads ist unter anderem der europäische Rüstungskonzern MBDA beteiligt. US-Verteidigungsminister Panetta und sein deutscher Amtskollege de Maizière besprachen wie es mit Meads weitergeht.
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WashingtonTrotz aller Sparzwänge will die US-Regierung die Entwicklung des Raketenabwehrsystems Meads zusammen mit Deutschland und Italien fortsetzen. US-Verteidigungsminister Leon Panetta bekannte sich am Donnerstag nach einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Thomas de Maizière in Washington zu dem Milliardenprojekt, obwohl der US-Kongress die Finanzierung stoppen will. „Wir bemühen uns, unsere Verpflichtungen zu erfüllen“, sagte Panetta. „Wir haben in das Budget für das Fiskaljahr 2013 ausreichend Gelder eingestellt, um unsere Verpflichtungen zu erfüllen“.

Die USA, Deutschland und Italien haben sich eigentlich gegen eine Beschaffung von Meads entschieden. Im vergangenen Jahr hatten sich die drei Länder aber trotzdem darauf verständigt, die Entwicklung bis Ende 2013 fortzusetzen, um gegebenenfalls anschließend einzelne Komponenten zu nutzen. Dies sei weit besser, als das Projekt scheitern zu lassen und eine Vertragsstrafe zu zahlen. Er werde alles in seiner Macht stehende tun, um beim Kongress diese Gelder zu bekommen, sagte Panetta.

Deutschland will die Ergebnisse der Entwicklung nutzen, um das die Jahre gekommene Patriotsystem mit Komponenten von Meads zu modernisieren. Die Entwicklung von Meads kostet mehr als vier Milliarden Euro. Die USA sind daran zu 58 Prozent beteiligt, Deutschland zu 25 Prozent und Italien zu 17 Prozent.

Bis zum Abschluss der Entwicklungsphase müssten die USA noch rund 400 Millionen Dollar in Meads stecken. Bei der Bundeswehr sollte das System ursprünglich das 25 Jahre alte Flugabwehrsystem Patriot von Raytheon ablösen. Nach der ursprünglichen Planung sollte Meads bei der Bundeswehr ab 2018 eingeführt werden und bis etwa 2040 im Dienst bleiben. Im Gespräch war die Beschaffung von vier Systemen, mit denen drei Feldlager geschützt werden könnten. Im Zuge der Bundeswehr-Reform soll die Zahl der Patriot-Staffeln von 24 auf zwölf verringert werden.

Zu den Meads-Komponenten, die in das bisherige Patriot-System einfließen könnten, zählen unter anderem die moderne Software und das Rundum-Radar des neuen Systems. Beides muss seine Tauglichkeit aber noch unter Beweis stellen. Das Radar des Patriot-Systems kann nur in eine Richtung schauen.

Patriot-Batterien hatten im Irak-Krieg 1991 für Aufsehen gesorgt, als die US-Armee damit irakische Scud-Raketen abfing. Deutschland verlieh das System damals zum gleichen Zweck auch an Israel.

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