Raketenangriff auf afghanischen Präsidenten
Karsai entgeht Anschlag

Der afghanische Präsident Hamid Karsai ist am Sonntag unverletzt einem Raketenangriff der radikal-islamischen Taliban entkommen.

HB KABUL. Die Raketen seien auf einem offenen Feld weit entfernt von der Versammlung von rund 1000 Stammesältesten eingeschlagen, zu der Karsai in der südostafghanischen Provinz Ghasni sprach, sagte sagte Provinzgouverneur Mehrajuddin Patan der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Präsident habe seine Rede fortgesetzt und sei dann mit einem Hubschrauber zurück in die Hauptstadt Kabul geflohen.

Taliban-Sprecher Kari Jussif Ahmadi sagte der dpa: „Mudschaheddin haben zwölf Raketen auf den Platz abgefeuert, wo Karsai und einige seiner Minister an einer Versammlung teilnahmen.“ Karsai hatte 2002 einen Anschlag in der südafghanischen Stadt Kandahar unbeschadet überstanden. Zwei Jahre blieb er in der südostafghanischen Stadt Gardez bei einem Raketenangriff auf seinen Hubschrauber unverletzt.

Bei Gefechten in der bislang verhältnismäßig ruhigen nordwestafghanischen Provinz Badghis und in der südafghanischen Provinz Sabul wurden nach offiziellen Angaben vom Sonntag 57 Taliban- Kämpfer und zwei Polizisten getötet. Bei Kämpfen im Süden Afghanistans starb nach Angaben des Verteidigungsministeriums in London ein britischer Soldat. Vier weitere britische Soldaten wurden verwundet, als am Samstag vor ihrem gepanzerten Fahrzeug eine Bombe explodierte und die Patrouille beschossen wurde.

Ein Sprecher der Provinzregierung von Badhgis sagte, die Rebellen hätten den Distrikt Bala Murgab am Samstag vorübergehend in ihre Gewalt gebracht. In sechsstündigen Gefechten hätten Sicherheitskräfte den Distrikt zurückerobert und 30 Rebellen getötet. Taliban-Sprecher Ahmadi sagte dagegen, die Rebellen hielten Bala Murgab weiterhin. Es sei das erste Mal, dass sie im Nordwesten einen Distrikt unter ihre Kontrolle gebracht hätten. Das Verteidigungsministerium teilte am Sonntag mit, bei Kämpfen und Luftangriffen in der südafghanischen Provinz Sabul seien am Freitag 27 Rebellen getötet worden.

Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte am Sonntag mit, bei einem Anschlag in Ghasni sei am Vortag ein afghanischer Soldat getötet und vier weitere verwundet worden. In der Provinz Kandahar starben am Samstag nach Polizeiangaben vier Polizisten bei der Explosion einer Mine, fünf weitere wurden verletzt. Zwölf Taliban- Kämpfer wurden bei einem versuchten Überfall auf einen Polizeiposten in Kandahar getötet.

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