Raketenangriff im Gaza-Streifen
Israel tötet Hamas-Mitglied

Israel hat am Donnerstag mit einem Raketenangriff im Gaza-Streifen ein führendes Mitglied der gewalttätigen Palästinenser-Organisation Hamas getötet, die für eine Zerstörung des Landes kämpft.

Reuters CHAN JUNIS. Der Tote sei ein Mitglied des militärischen Ablegers der Hamas, sagten Augenzeugen. Der israelische Rundfunk berichtete, der Mann sei für Raketenangriffe auf Israel verantwortlich. Kämpfer der Hamas hatten am Donnerstag erstmals eine Rakete auf eine israelische Großstadt abgefeuert, ohne allerdings Schaden anzurichten. Daraufhin hatte Ministerpräsident Ariel Scharon die Armee angewiesen, alle nötigen Maßnahmen zur Vermeidung solcher Attacken zu ergreifen.

Drei weitere Männer seien bei dem israelischen Luftangriff in Chan Junis im südlichen Gaza-Streifen verletzt worden, sagten die Augenzeugen. Der Tote sei Hamdi Kalach, ein Mitglied der Kassam-Brigaden. Kalach sei auf einem Eselskarren unterwegs gewesen, als das Kampfflugzeug angegriffen habe. Die israelische Armee nahm zu dem Vorfall zunächst keine Stellung.

„Ich habe den Verteidigungsminister angewiesen, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um solche Taten künftig zu vermeiden“, sagte Scharon nach dem Raketenangriff auf Aschkelon. Den Angriff bezeichnete er als eine neue Eskalation. Er habe mit einem der größten Kraftwerke des Landes ein strategisches Ziel gehabt.

Die israelische Armee drang am Abend mit zehn gepanzerten Fahrzeugen in den nördlichen Gaza-Streifen ein und rodete nach Angaben aus Sicherheitskreisen Büsche und Bäume, die von den Angreifern als Deckung genutzt worden seien. Israelische Sicherheitskreise hatten zuvor gewarnt, mit dem Angriff auf Aschkelon könnte eine Schwelle überschritten worden sein, die eine größere Militäraktion in den Palästinenser-Gebieten nach sich ziehen könnte.

Hamas-Kämpfer hatten am Mittag die Stadt Aschkelon beschossen. Die Kassam-Rakete war nach Armeeangaben neun Kilometer vom Gaza-Streifen entfernt in einem Industriegebiet der Stadt eingeschlagen ohne Schaden anzurichten. Palästinensische Sicherheitskräfte griffen nach eigenen Angaben umgehend ein und hinderten die Hamas-Kämpfer daran, weitere Raketen abzufeuern.

Die Gewalt zwischen den Konfliktparteien hat zuletzt wieder zugenommen. Nach einem der größten Selbstmordanschläge seit Jahren und der Tötung eines Hamas-Anführers durch Israel in der vergangenen Woche hatten radikale Palästinenser-Organisationen ihre einseitig erklärte Waffenruhe aufgekündigt. Die Waffenruhe sollte der Umsetzung des internationalen Nahost-Friedensplanes den Weg ebnen, der von den USA, der Europäischen Union, den Vereinten Nationen (UNO) und Russland erarbeitet wurde.

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