Raketenschild
Medwedjew will mit der Nato reden

Die Raketenabwehr ist der große Streitpunkt zwischen Russland und dem Atlantikbündnis - doch jetzt könnte Bewegung in die Fronten kommen. Der russische Präsident hat zumindest Bedingugnen für ein Einleken genannt.
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HB MOSKAU. Russland erwägt eine Beteiligung am Raketenabwehrschirm der Nato, hat aber weiter Vorbehalte gegen das Projekt. Dies gab der russische Präsident Dmitrij Medwedjew nach einem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag in Deauville bekannt. Medwedjew bestätigte zudem seine Teilnahme an einem Nato-Russland-Gipfel Ende November in Lissabon. Merkel sprach von einer "guten Botschaft".

"Wir prüfen die Idee" der Raketenabwehr, sagte Medwedjew . Allerdings sei Russland weiterhin darüber besorgt. Er rief die Nato-Mitglieder deswegen auf, sich über den grundlegenden Sinn klar zu werden. Zudem müsse die Nato konkret sagen, wie sie sich eine russische Beteiligung vorstelle. "Nach den entsprechenden Einschätzungen können wir eine Antwort geben, wie wir weiterarbeiten."

Sollte Moskau bei der Raketenabwehr tatsächlich mit dem Nordatlantik-Pakt zusammenarbeiten, wäre dies ein Meilenstein vom Kalten Krieg zur engen Kooperation. Die USA wollten den Schild zur Abwehr ballistischer Raketenangriffe aus dem Iran oder Nordkorea zunächst im Alleingang mit Tschechien und Polen aufbauen. Die Absicht des früheren US-Präsidenten George W. Bush hatte Moskau als Provokation gesehen und Gegenmaßnahmen erwogen.

Die 28 Nato-Staaten wollen auf ihrem Gipfel in Lissabon den Beschluss zum Aufbau des Abwehrschirms fassen. Deutschland unterstützt das Projekt, weil es von Bush-Nachfolger Barack Obama unter das Dach der Nato gestellt worden ist und Moskau mit einbezogen werden soll. Merkel warb gegenüber Medwedjew dafür: "Wir sitzen in einem Boot, wenn es um die wirklichen Gefährdungen im 21. Jahrhundert geht."

Kanzlerin Angela Merkel würde eine Übereinkunft der Atlantikpartner mit Russland begrüßen. "Wir brauchen ein modernes, zeitgemäßes Abkommen", sagte Merkel zum Abschluss des Dreiergipfels am Dienstag in Deauville. Es müsse schrittweise eine Sicherheitsarchitektur aufgebaut werden, um auf Konflikte reagieren zu können, fügte Merkel hinzu.

Die deutsche Bundeskanzlerin zeigte sich erfreut, dass Russland bereit sei, "seine Beziehungen zur Nato auf eine rationale Basis zu stellen". Der russische Präsident Dmitrij Medwedjew hatte zuvor seine Teilnahme am Nato-Gipfel im November in Lissabon im November angekündigt.

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