Raketentest
Langstreckenrakete in Stunden startklar

Nordkorea treibt die Startvorbereitungen für seine Langstreckenrakete trotz internationaler Warnungen weiter voran. Japan kündigte an, die Rakete notfalls abzuschießen. Fluggesellschaften haben ihre Routen geändert.
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Pjöngjang Die Rakete mit dem Satelliten sei ab Mittwoch abschussbereit, sagte Ryu Kum Chol, stellvertretender Direktor der Entwicklungsabteilung der Raumfahrtbehörde. Nordkorea will die Rakete Unha-3 zwischen Donnerstag und nächstem Montag starten. Der Termin richtet sich nach dem 100. Geburtstag des verstorbenen Staatsgründers Kim Il Sung. Nach offiziellen Angaben soll sie einen Wettersatelliten ins All bringen, Nachbarstaaten und die USA vermuten aber eher einen militärischen Test für eine Rakete, die mit Atomsprengköpfen auch Alaska erreichen könnte. Der Start würde in jedem Fall gegen UN-Sanktionen verstoßen, mit der die Staatengemeinschaft die Raketen-Entwicklung des isolierten und verarmten Landes bremsen will.

Die USA, Russland und auch das Nordkorea vergleichsweise nahestehende China haben das Land vor dem Raketenstart gewarnt. „Wir betrachten Pjöngjangs Entscheidung für den Start eines Wettersatelliten als Verstoß gegen die Beschlüsse des UN-Sicherheitsrates“, zitierte die amtliche russische Nachrichtenagentur RIA einen Sprecher des russischen Außenministeriums. Die USA hatten ebenfalls bereits klar gemacht: „Unsere Position bleibt: Tut das nicht“, sagte eine Sprecherin des Außenministeriums in Washington. Ein Raketenstart wäre „höchst provokativ“ und würde „eine Bedrohung für die regionale Sicherheit“ darstellen. China äußerte sich etwas vorsichtiger, richtete aber einen Appell an alle Seiten, internationale Verpflichtungen einzuhalten und Spannungen auf der koreanischen Halbinsel nicht zu verschärfen.

Ryu Kum Chol von der nordkoreanischen Raumfahrtbehörde verteidigte den Raketenstart als rein ziviles Projekt. Der Satellit wiege nur 100 Kilogramm. Ein Sprengkopf mit solchem Gewicht könne kaum Schaden anrichten, sagte er. Japan, das bereits einmal von einer nordkoreanischen Rakete überflogen wurde, zeigte sich jedoch alarmiert. Falls das Geschoss den eigenen Luftraum durchfliege, werde man es abschießen. Ministerpräsident Yoshihiko Noda sagte, man werde sich im Falle des Raketenstarts auch an den UN-Sicherheitsrat wenden, um nächste Schritte zu besprechen. Verschiedene Fluggesellschaften haben bereits ihre Routen geändert, um die vermutete Flugbahn der Rakete nicht zu kreuzen.

In Südkorea, das nach dem Koreakrieg von 1950 bis 1953 formal noch im Kriegszustand mit dem kommunistischen Norden ist, wird zudem vermutet, dass ein dritter Atomtest in Vorbereitung ist. Geheimdienstkreise berichten unter Berufung auf Satellitenaufnahmen, dass dafür bereits Tunnel gegraben würden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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