Raketentest

Machtprobe in Nordkorea erschreckt die Region

Es wirkt wie eine Machtdemonstration: Kurz nach dem Tod des nordkoreanischen Diktators testet das Land eine Mittelstreckenrakete. Zeigt sein Sohn Kim Jong Un bereits Stärke - oder entbrennt gar ein Kampf um die Macht?
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Der Nachfolger: Kim Jong Un

SeoulWenn es wirklich die erste Amtshandlung des designierten neuen Machthabers Kim Jong Un ist, dann lässt sie nichts Gutes hoffen: Nur wenige Stunden nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il erschrecken Berichte über den Abschuss einer nordkoreanischen Kurzstreckenrakete die Region. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Regierungsvertreter in Seoul berichtete, erfolgte der Start an der Ostküste zu Testzwecken.

Das südkoreanische Verteidigungsministerium wollte den  Bericht nicht kommentieren. Der Raketentest sei von Südkoreas Militär genau beobachtet worden, sagte der Regierungsvertreter in Seoul weiter. Offenbar versuche der Norden, die Waffe mittels Tests zu verbessern. Demnach hatte die Rakete eine geschätzte Reichweite von 120  Kilometern.

Beobachtern fällt es aber schwer zu glauben, dass das zeitliche Zusammentreffen des Raketentests mit dem Tod des langjährigen Diktators ein Zufall ist. An den asiatischen Aktienmärkten hatte die Sorge vor einem Machtvakuum oder einem Streit an der Staatsspitze bereits für Unsicherheit gesorgt. „Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es in Nordkorea zu einem Machtkampf an der Spitze kommt“, sagte Nordkorea-Experte
Chung Young Tae vom südkoreanischen Institut für Nationale Wiedervereinigung. Damit könnte der Raketentest eine Demonstration des Stärke des designierten neuen Staatschefs Kim Jong Un sein.

Seine Altersgenossen in anderen Ländern verdienen sich ihre ersten beruflichen Sporen oder liegen in den letzten Zügen ihres Studiums. Bis ganz nach oben auf der Karriereleiter ist es noch ein langer, beschwerlicher Weg. Für Kim Jong Un gilt dies nicht: Der jüngste Sohn von Nordkoreas nun verstorbenem Staatschef Kim Jong Il ist Ende 20 und auf dem Sprung an die Spitze des kommunistisch geführten Staates. Nur wenige Stunden nach der Todesmeldung bezeichnete die amtliche Nachrichtenagentur KCNA ihn als „großartigen Nachfolger“. Damit deutet alles daraufhin, dass die Geschicke Nordkoreas auch in dritter Generation vom Kim-Clan gelenkt werden.

Triumvirat an der Staatsspitze?
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11 Kommentare zu "Raketentest: Machtprobe in Nordkorea erschreckt die Region"

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  • Macht und Ohnmacht kann und wird nicht geschult - außer in der Schule des Lebens.
    Nochzumal wenn man bedenkt, daß es Macht und Ohnmacht nicht gibt.
    Wohl aber gibt es Angst - mehr oder minder.
    Das ist alles.
    Für die Krone der Schöpfung bleibt das doch schon mal ein ganz erbärmliches Movens.

  • was ich hier lesen ist ja garnicht so falsch.... ob diktaktur oder demokratie im grunde sind es nur eine hand voll menschen die diese verantwortung tragen. nun stellt sich die frage wie kann man sicher gehen das sie dieser verantwortung gewachsen sind???? bevor ich auto fahre gehe ich in die fahrschule..... in welcher schule lerne ich wie ich ein land regiere???? also verratet ihr mir doch mal was man tuen kann um die staatschefs zu schulen und zu prüfen? was meiner meinung nach in einer diktaktur völlig unmöglich ist. so viel dazu... schöne festtage

  • aehm naja arme Leute haben nur Messer und Mistgabeln, da kommt man gegen die heutige Waffentechnologie mit modernen Waffen einfach nicht an.

  • Die Buerger erhalten nur was sie sich verdient haben. Millionen von Menschen lassen sich alles von einem kleinen organisierten Trupp gefallen. Dies war ja unzaehlige Male in der Geschichte der Menscheit so. Da wird sich nichts aendern. Die Feigheit der Masse oder des Einzelnen?

  • und die energieeliten dieser welt gehören gleichgestellt mit nordkorea usw.

  • das ist ja so fein an uns westlern: hier verhungert ja niemand, der es mit uns zu tun bekommt: in Ostafrika und Lateinamerika etc wird um die wette gehungert und in Nordkorea ist es auch nicht anders: so lange "uns" das nicht betrifft.... Man sollte sich mal die strategische Situation NK's vor Augen führen, bevor man in neokolinaliste Gesten von: heute demokratisieren wir Deutschland und morgen die ganze Welt, zu verfallen gedenkt.

  • Ihr 2 Plaudertaschen, hab wohl das falsche Medium erwischt. In einem Catraum seit ihr besser aufgehoben.
    Traurig genug ist die Tatsache, dass in Nordkorea Jahr für Jahr, tausende an Hunger und Entbehrung sterben müssen, währendem sich die Parteisäcke den Wanz vollfressen, und Atomwaffen basteln.

  • Selbst wenn Nordkorea die Atombombe haette, was wuerde sie dem Land nuetzen? Jede Verwendung waere sofortiger Selbstmord. Ich halte diese ewige Kriegsangst fuer voellig uebertrieben. Erinnert mich an die Zeit des Kalten Krieges.

  • Eindeutig: um mal gleich klarzustellen daß man kein burger-essendes Großkind ist, daß da ins Machtvakuum geraten könnte.

  • Da magst du Recht haben. Aber mal ganz ehrlich.
    Wenn Papa große Raketen hat und ich nie damit spielen durfte, dann schieße cihd och eien ab sobald der tot ist! Der will auch mal seinen Spaß haben =D

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