Raketentest
Nordkorea feuert zwei Kurzstreckenraketen ab

Die Provokationen aus Nordkorea reißen nicht ab. Erneut hat das Land nach südkoreanischen Angaben am Donnerstag zwei Raketen an der Ostküste abgefeuert. Die internationale Empörung, die die vorangegangenen Tests auslöst hatten, scheint das Land nicht zu kümmern.

HB SEOUL. Es habe sich dabei um Bodenraketen zum Angriff auf Schiffe gehandelt, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul am Donnerstag. Die Tests an der Ostküste Nordkoreas seien zwischen 17.20 Uhr und 18.00 Uhr Ortszeit (10.20 Uhr bis 11.00 Uhr MESZ) erfolgt.

Die Führung in Pjöngjang hat in den vergangenen Monaten mit dem Abschuss mehrerer Raketen sowie einem erneuten Atomtest international Empörung ausgelöst. Als Reaktion verschärfte der UN-Sicherheitsrat im vergangenen Monat die Sanktionen gegen das kommunistisch regierte Land. Daraufhin heizte Nordkorea den internationalen Konflikt weiter an und drohte mit dem Bau einer Atombombe.

Nordkorea hatte vor den Tests jeglichen Schiffsverkehr vor seiner Ostküste bis zum 10. Juli untersagt. Deshalb war jederzeit mit Raketentests gerechnet worden, wie der südkoreanische Außenminister Yu Myung Hwan bestätigte. Er sprach von einem schlechten Zeichen, da der Norden offensichtlich seine militärische Macht unter Beweis stellen wolle. Die Zeitung "JoongAng Ilbo" aus Seoul spekulierte, dass Nordkorea in den kommenden Tagen eine ganze Salve von Raketen abfeuern könnte - darunter auch ballistische Geschosse vom Typ Scud oder Rodong.

Letzteres ist der Regierung in Pjöngjang gemäß mehrerer UN-Resolutionen nicht gestattet. Sie hat sich jedoch mehrfach darüber hinweggesetzt und am 25. Mai sogar einen unterirdischen Atomtest durchgeführt. Die UN-Sanktionen wurden daraufhin verschärft.

Nordkorea hatte nach südkoreanischen Angaben im vergangenen Monat wegen einer Militärübung Teile der Ostküste für den Schiffsverkehr gesperrt. Das Verbot soll bis zum 10. Juli wirksam sein. Japan sei von Nordkorea davon informiert worden. Beobachter werteten die Vorwarnung als Zeichen für mögliche Vorbereitungen auf neue Raketentests.

Ungeachtet der Raketentests haben Süd- und Nordkorea ihre Gespräche über die Zukunft ihres letzten noch verbliebenen großen Wirtschaftsprojekts fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Diskussionen zwischen Vertretern beider Länder standen erneut die Forderungen Nordkoreas nach mehreren hundert Mio. Dollar für den Weiterbetrieb des gemeinsam Industrieparks in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong.

Die Zukunft des von Südkorea finanzierten Gewerbekomplexes hängt allerdings angesichts zunehmender politischer Spannungen in der Schwebe. Eine Verhandlungsrunde vor knapp zwei Wochen blieb ohne Fortschritte. Nachdem Nordkorea im Mai einseitig alle Verträge über den Komplex für nichtig erklärt hatte, forderte das kommunistische Land eine massive Anhebung der Pachtgebühren und der Löhne für die nordkoreanischen Arbeiter. Die Spannungen in der Region hatten sich zuletzt durch den Start einer nordkoreanischen Langstreckenrakete im April und den zweiten Atomtest in Nordkorea am 25. Mai spürbar verschärft. Die neuen Tests werden die Situation sicher nicht entspannen.

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