Raketentest
USA drohen Nordkorea mit „härteren Maßnahmen“

Der Konflikt eskaliert: Am Unabhängigkeitstag in den USA testet Nordkorea eine Interkontinentalrakete. Die Vereinigten Staaten beantragen eine Sitzung im Uno-Sicherheitsrat – und antworten mit einer Raketenübung zusammen mit Südkorea.
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New YorkDie USA haben den ersten Test einer Interkontinentalrakete durch Nordkorea scharf verurteilt und härtere Maßnahmen gegen den international isolierten Staat angedroht. Als Warnung an Machthaber Kim Jong Un hielten die Vereinigten Staaten zudem eine gemeinsame Raketenübung mit Südkorea ab und beantragten für Mittwochnachmittag (Ortszeit) eine Dringlichkeitssitzung des Uno-Sicherheitsrats in New York. Die Führung in Pjöngjang schlug prompt zurück mit dem Hinweis, dass die getestete Rakete einen zerstörerischen Atomsprengkopf bis in die USA befördern könne.

Der Streit um das Atomprogramm Nordkoreas gilt als einer der weltweit gefährlichsten Konflikte. In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich die Lage auf der koreanischen Halbinsel immer mehr zugespitzt, neben den USA sind auch die internationalen Großmächte China und Russland in den Konflikt involviert – beim G20-Gipfel in Hamburg dürfte das Thema ebenfalls eine Rolle spielen. Mit besonders großer Sorge wird das Geschehen in Ländern verfolgt, die Nordkorea zu seinen Staatsfeinden – und potenziellen Raketenzielen – erklärt hat.

Die US-Regierung bestätigte erstmals, dass Nordkorea tatsächlich – wie behauptet – eine Interkontinentalrakete (Intercontinental Ballistic Missile, ICBM) getestet hat. Der Test stelle „eine neue Eskalation der Bedrohung für die Vereinigten Staaten, unsere Verbündeten und Partner, die Region und die Welt dar“, erklärte Außenminister Rex Tillerson. Er kündigte „härtere Maßnahmen“ gegen Pjöngjang an.

Die USA hatten Nordkoreas Angaben, nach denen eine Interkontinentalrakete getestet worden war, anfangs in Zweifel gezogen. So sprachen US-Streitkräfte, die den Test aufgezeichnet hatten, zunächst von einer Mittelstreckenrakete. Tillerson war dann der erste hochrangige US-Politiker, der die nordkoreanischen Angaben mit seiner Erklärung öffentlich bestätigte.

Bei einem gemeinsamen Manöver amerikanischer und südkoreanischer Streitkräfte am Dienstag wurden nach US-Angaben Raketen vor der Ostküste Südkoreas ins Meer gefeuert. Bei der Raketenübung hätten die USA und Südkorea ihre „präzise Feuerkraft“ demonstriert, hieß es in einer Mitteilung. Ein taktisches Raketensystem des US-Heeres und Südkoreas Hyunmoo-II-System seien bei der Übung im Einsatz gewesen.

Das US-Militär, das auch Videos von der Übung verbreitete, sprach von einer Antwort auf Nordkoreas „destabilisierendes und ungesetzliches“ Verhalten. Nordkorea wiederum wirft den USA regelmäßig vor, durch ihre Übungen mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was von beiden Ländern bestritten wird.

Nordkorea reagierte unbeeindruckt und bezeichnete den Test vom Dienstag in einer zynischen Propagandanote als „Geschenkpaket“ für die USA zum Unabhängigkeitstag. Das „langwierige Kräftemessen mit den US-Imperialisten hat seine Endphase“ erreicht, zitierten die Staatsmedien am Mittwoch Machthaber Kim Jong Un. Die ICBM des Typs Hwasong-14 könne einen „großen und schweren Atomsprengkopf“ befördern und die USA erreichen. Seine Wissenschaftler forderte er auf, regelmäßig „kleine und große Geschenke“ an „die Yankees“ zu schicken, teilte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA mit. Damit wurde offenbar Bezug auf die Reihe von Nuklear- und Raketentests genommen, die Kim seit seiner Machtübernahme 2011 angeordnet hatte.

Südkoreas Verteidigungsminister Han Min Koo sagte am Mittwoch laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap vor dem Parlament, dass es sich wahrscheinlich um eine zweistufige Rakete gehandelt habe. Sie habe vermutlich bei einer normalen Flugbahn eine Reichweite von 7.000 bis 8.000 Kilometern. Anchorage in Alaska ist 6.000 Kilometer von Pjöngjang entfernt, Berlin knapp 8.000 Kilometer. Han verurteilte den Test als einen „klaren Verstoß“ gegen Uno-Resolutionen, die Nordkorea Tests von ballistischen Raketen untersagen.

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Die Rolle Chinas und Russlands

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  • Jetzt geht der kalte Krieg so richtig los, der alsbald in einen heißen Krieg münden kann! Einige Medien entblöden sich nicht und behaupten Stein und Bein, dass mit dieser Rakete Europa getroffen werden könnte (psotulierte Reichweite 8000 km). Für wie blöd halten einige Redakteure einiger Medien eigentlich die Menschen in Deutschland? Na ja, gegen Blödheit ist kein Kraut gewachsen und da helfen auch keine Pillen. Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

  • Bereits die gezeigte Lafette mit der Rakete im Bild des Artikels in den Medien ist ein Indiz dafür, dass es sich um eine einstufige operativ-taktische Rakete handeln muss! Und dies spricht wiederum dafür, dass diese Rakete bei einer Brennschlussgeschwindigkeit von maximal 4 km/s bis 5 km/s hatte und damit nur eine maximal Reichweite von 1700 bis 3100 km erzielbar wäre (siehe Wolff, Raketen und Raketenballistik, Deutscher Militärverlag Berlin, 1966, Seite 277 Tabelle 8.1. Spalten 3 und 4). Hier wird wieder so richtige Propaganda mit enormem Dummenfang betrieben und der Weltfrieden mit Fake-News aufs Spiel gesetzt! Wer hatte denn eigentlich den Irak, Afghanistan und andere Staaten in den letzten 26 Jahren überfallen? Nordkorea oder die USA mit dem Westen? Es ist doch wohl mehr als legitim, dass Nordkorea sich gegen die USA verteidigt! Wahrscheinlich werden aber nicht die Vernunft und der gesunde Menschenverstand siegen, sondern die Unvernunft und die Irrationalität!
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

  • Eine "köstliche" Entwicklung: Putin unterstützt Trump, Trump eskaliert einen Krieg in Korea, der nächste große Krieg ist da. Und hier jubeln die Claquere auch noch über diese Entwicklung. Alle Trump und Putin Fans sind unverantwortliche Spinner.

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