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Ralf Dahrendorf: Wanderer zwischen den Welten

Er ist in Nordrhein-Westfalen der Mann für Visionen. Mit seiner Kommission hat Lord Ralf Dahrendorf für das Bundesland ein Zukunftskonzept bis 2025 entworfen. Darin stellt sich der liberale Denker den drängenden gesellschaftlichen Fragen und ist bereit, sie unkonventionell zu beantworten.

Ralf Dahrendorf (rechts) überreicht NRW-Ministerpräsident Rüttgers seinen Zukunfts-Entwurf. Quelle: dpa
Ralf Dahrendorf (rechts) überreicht NRW-Ministerpräsident Rüttgers seinen Zukunfts-Entwurf. Quelle: dpa

Der Rat von Lord Ralf Dahrendorf ist nach wie vor gefragt. Erst jüngst übergab der bekannte Soziologe den Abschlussbericht einer Zukunftskommission an NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. Unter seiner Leitung arbeitete eine bunte Truppe mit dem Ex-Grünen-Politiker Hubert Kleinert, Telekom-Chef René Obermann, Thyssen-Krupp-Vorstandschef Ekkehard Schulz und CDU-Politiker Friedrich Merz an einer Vision für Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025.

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Die spannendsten Fragen in dem Bericht zeigen auch die politische und gesellschaftliche Bandbreite des liberalen Vordenkers, dessen 80. Geburtstag morgen in Berlin mit einer Festveranstaltung in der britischen Botschaft gefeiert wird: Dahrendorf hob wieder einmal Fragen auf die Agenda, die für andere als Tabu gelten. Soll die Wehrpflicht einem allgemeinem Sozialdienst weichen? Könnte man nicht an den Bau eines Atomkraftwerks in NRW denken? Was spricht eigentlich gegen ein garantiertes Grundeinkommen?

Dahrendorf bewegte sich immer in mehreren Welten. Zuerst in der SPD, dann vor allem in der FDP, einige Jahre als Abgeordneter im Bundestag, Staatssekretär im Auswärtigen Amt und Mitglied der Kommission der Europäischen Gemeinschaft. Der gebürtige Hamburger Dahrendorf ist Doppelstaatler und sitzt als Baron of Clare Market in der City of Westminster, seit 1993 im britischen Oberhaus. Später kehrte er als Direktor der London School of Economics in die Wissenschaft zurück. Die Politik verlor damit den letzten einflussreichen Intellektuellen in ihren Reihen. In all den Jahren formulierte Dahrendorf immer wieder entscheidende Fragen über Staat und Gesellschaft, setzte sich mit Solidarität, Bildung und Freiheit auseinander und begleitete die europäische Einigung. In der Finanzkrise fordert Dahrendorf einen „Kapitalismus der Verantwortung“.

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