Rammell: "Menschenrechtslage in Nordkorea ist die schlimmste in der Welt“
Britische Regierung verlangt „sofortige Aufklärung“ von Nordkorea

Die britische Regierung hat von Nordkorea eine „sofortige Aufklärung“ zu Berichten über einen möglichen Atomwaffentest verlangt. Die US-Regierung hält Atomtest für unwahrscheinlich, teilte die Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice am Sonntag mit.

HB LONSON/PJÖNGJANG. Dies erklärte Bill Rammell, Staatsminister im Londoner Außenministerium, am Sonntag in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang gegenüber britischen Medien. Rammell hatte seinen Besuch, dem ersten eines britischen Regierungspolitikers in Nordkorea, am Samstag begonnen.

„Es ist wichtig, dass wir dieser Sache auf den Grund gehen. Ich habe das (nordkoreanische) Außenministerium um eine dringende Aufklärung gebeten und werde das Thema bei meinem Treffen mit dem Außenminister am Montag anschneiden“, sagte Rammell der Nachrichtenagentur Press Association und dem Sender BBC.

Der BBC sagte Rammell weiter, er wolle Pjöngjang drängen, sich den Sechs-Länder-Gesprächen über das Atomprogramm Nordkoreas wieder anzuschließen. An diesen Verhandlungen waren ursprünglich Nord- und Südkorea, die USA, China, Russland und Japan beteiligt. „Es geht darum, Nordkorea aus seiner völligen Isolation herauszuholen. Das wird ein langer Prozess werden“, sagte Rammell.

Laut BBC hatte die britische Regierung zur Bedingung für den Besuch gemacht, dass Rammell auch die Menschenrechtslage in dem Land anspricht. Alle bisherigen Einladungen aus Pjöngjang seien von London aus diesem Grund abgelehnt worden. Kurz nach seiner Ankunft hatte Rammell die Menschenrechtslage in Nordkorea als „die schlimmste in der Welt“ bezeichnet.

Die US-Regierung teilte unterdessen mit, dass sie - wie auch Südkorea - einen Atomtest in Nordkorea für unwahrscheinlich halte. „Wir glauben zur Zeit nicht, dass es sich um einen Atomvorfall handelte“, sagte die Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice am Sonntag in einem Interview des US-Nachrichtensenders CNN. Die südkoreanische Agentur Yonhap hatte zuvor über eine Explosionen in Nordkorea und eine pilzförmige Rauchwolke berichtet.

Außenminister Colin Powell bestätigte aber, dass Satelliten an Raketentestgeländen in Nordkorea verdächtigen Aktivitäten aufgenommen haben. Die Bedeutung sei aber unklar. „Es könnte sich um Vorbereitungen für einen Test handeln, oder um Wartungsarbeiten“, sagte Powell am Sonntag in Washington. Seine Regierung werde das Material weiter analysieren.

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