Ranghohe südafrikanische Delegation besucht Aristide im Exil
Aristide will USA und Frankreich wegen „Entführung“ verklagen

Der frühere haitianische Präsidenten Jean-Bertrand Aristide will Frankreich und die USA im Zusammenhang mit seiner Vertreibung aus dem Amt wegen „Entführung“ verklagen. Derweil wird in dem Karibikstaat sein Nachfolger installiert. Der frühere UN-Beamte und Außenminister Gerard Latortue wird neuer Premierminister Haitis. Ein in der vorigen Woche ins Leben gerufener „Rat der Weisen“ teilte nach mehrtägigen Beratungen am Dienstagabend (Ortszeit) mit, dass er sich für den 69-jährigen Juristen und Volkswirt entschieden habe.

HB PORT-AU-PRINCE/PARIS. Latortue, der zuletzt in Miami (US-Staat Florida) lebte, wurde noch am Mittwoch in Haiti zurück erwartet, wo ihn der Übergangspräsident Boniface Alexandre ernennen sollte.

Latortue löst Yvon Neptune ab, der die Regierung unter dem gestürzten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide geführt hatte. Er arbeitete zuletzt als Generaldirektor der Vereinigung der Universitäten und Forschungszentren der Karibik. Davor war er lange Jahre leitender Beamter bei der UN-Organisation für Industrielle Entwicklung (ONUDI). 1988 hatte er seinem Land als Außenminister im Kabinett des nach wenigen Monaten vom Militär gestürzten Präsidenten Leslie Manigat gedient.

Aristide ließ durch seine Anwälte mitteilen, dass er Frankreich und die USA im Zusammenhang mit seiner „Vertreibung“ aus dem Amt wegen „Entführung“ verklagen will. „Die Regierung Bush wollte Aristide aus Haiti entfernen, und Frankreich hat im Verstoß gegen internationales Recht dabei geholfen“, sagte der französische Anwalt Aristides, Gilbert Collard, am Mittwoch im französischen Rundfunk. Die Gerichtsklage werde gegen den französischen Botschafter in Haiti erhoben, „der die Entführung eingefädelt hat“.

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