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Ranking: Griechenland ist besonders korrupt

Über dieses Rating dürfte sich in Athen niemand freuen: In keinem Land der Europäischen Union ist die Korruption so verbreitet wie in Griechenland. Doch auch Deutschland schneidet laut der aktuellen Studie nicht gut ab.

Das Eurokrisenland Griechenland unternimmt nach einer Untersuchung von Transparency International nicht genügend gegen Korruption. Quelle: dpa
Das Eurokrisenland Griechenland unternimmt nach einer Untersuchung von Transparency International nicht genügend gegen Korruption.Quelle: dpa

BerlinIn keinem Land der Europäischen Union ist die Korruption nach Einschätzung von Transparency International so verbreitet wie in Griechenland. Besser schnitten die ebenfalls besonders unter der Eurokrise leidenden Länder Spanien und Portugal ab. Spanien belegt mit 65 Punkten Platz 30, Portugal liegt mit 63 Punkten auf Rang 33. Transparency International forderte Europa auf, Korruptionsrisiken zu verringern, um die Eurokrise zu bekämpfen. Deutschland kam nicht unter die Top Ten. Es wurde mit 79 Punkten bewertet und belegte damit Rang 13.

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Am unbestechlichsten weltweit sind dem Index zufolge Mitarbeiter im öffentlichen Sektor in Dänemark, Finnland und Neuseeland. Alle drei Staaten landeten mit 90 Punkten an der Spitze der Liste. Die Schlusslichter sind Afghanistan, Nordkorea und Somalia, die es nur auf acht Punkte schaffen.

Transparency International forderte die europäischen Staaten auf, das Problem der Bestechlichkeit in der Verwaltung anzugehen, um die Finanzkrise zu lösen. Innerhalb Europas belegt Italien den drittletzten Platz mit 42 Punkten. Die ebenfalls krisengebeutelten Staaten Spanien und Portugal schaffen es ins Mittelfeld, gefolgt von der Gruppe der osteuropäischen Staaten.

Griechenland

Der Index ermittelt, wie korrupt die öffentliche Verwaltung in einem Land ist. Er gründet auf Studien und Einschätzungen renommierter unabhängiger Institute. Fallzahlen von Bestechlichkeit in öffentlichen Ämtern dagegen lassen nach Angaben von Transparency International keine eindeutige Bewertung zu. Die belegten lediglich, wie effektiv die Staatsanwaltschaft, die Gerichte oder die Medien eines bestimmten Landes bei der Aufdeckung von Korruption sind.

„Die Regierungen müssen Anti-Korruptions-Maßnahmen bei allen staatlichen Entscheidungsprozessen einbeziehen“, forderte die Vorsitzende von Transparency International, Huguette Labelle. Besonders wichtig seien bessere Regeln für Lobby-Arbeit und Parteienfinanzierung sowie die Offenlegung staatlicher Ausgaben und Auftragsvergaben. Der diesjährige Index zeige, dass „Gesellschaften weiter einen hohen Preis für Korruption bezahlen“, kritisierte Labelle.

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Auch nach dem Arabischen Frühling ist Korruption der Untersuchung zufolge in der Region weiter ein Problem. So erhielt Ägypten nur 32 Punkte für seine Korruptionsbekämpfung und belegte damit den 118. Platz. Tunesien landete mit 41 Punkten auf Platz 75, Jemen mit 23 Punkten auf Rang 156.

Transparency erstellt den Korruptionswahrnehmungsindex einmal im Jahr. Grundlage sind unter anderem Daten der Weltbank und des Weltwirtschaftsforums. Da die einbezogenen Quellen und auch die Zahl der Staaten differieren, ist die Rangfolge von Jahr zu Jahr nicht ohne Weiteres vergleichbar.

 

  • 05.12.2012, 08:13 Uhrflyingfridge

    Deutschland schneidet erstaunlich gut ab wenn man bedenkt, dass wir zu den wenigen Bananenrepubliken gehören, die noch nichtmal die UN-Konvention gegen Korruption ratifiziert haben:
    https://netzpolitik.org/2012/exklusiv-wir-veroffentlichen-das-geheime-gutachten-das-strengere-gesetze-gegen-abgeordnetenbestechung-fordert/
    Die Deutschen Abgeordneten haben es leicht: Sie müssen das Geld oder den schönen Posten im Aufsichtsrat erst _nach_ den politischen Entscheidungen annehmnen, dann ist alles legal. So wie EPass-Schily, Gas-Gerd und Konsorten.

  • 05.12.2012, 08:14 UhrSarina

    Dass Griechenland durch und durch korrupt ist, dürfte wohl keine Überraschung sein. Die Frage ist nur, wie lange sie diesem Volkssport auf unsere Kosten noch frönen können.

  • 05.12.2012, 08:15 UhrOldi

    Nur eine Frage der Position.^^

    Wenn Rössler in Deutschland Steuergelder missbraucht und an Firmen verteilt, wie Vergünstigungen an Golfclubs wegen der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, nennt man das Arbeitsplatzunterstützung.

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