Rassismus in den USA Der Streit um die Konföderierten-Generäle von Stone Mountain

Wie bei zahlreichen anderen Statuen von Südstaaten-Kämpfern werden in den USA auch Rufe nach dem Entfernen des riesigen Steinreliefs von Stone Mountain in Georgia laut. Doch die Chancen sind minimal.
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Um das Relief , das Stonewall Jackson, Robert E. Lee und Jefferson Davis zeigt, tobt seit Jahren ein heftiger Streit. Quelle: AP
Steinrelief von Stone Mountain

Um das Relief , das Stonewall Jackson, Robert E. Lee und Jefferson Davis zeigt, tobt seit Jahren ein heftiger Streit.

(Foto: AP)

Stone MountainFast 30 auf 60 Meter sind sie groß, die Reiter von Stone Mountain in Georgia. Einträchtig zeigen sich auf einem riesigen Steinrelief drei Vertreter der Konföderierten Staaten von Amerika, dem Bund der 1861 von der Union abgespaltenen „Sklaven-Staaten“ im Süden. Ein wertvolles historisches Werk, meinen die einen. Eine Provokation und Schande, erklären andere und fordern, das Relief zu entfernen.

Nach den Ausschreitungen von Charlottesville vor gut einer Woche, wo weiße Nationalisten gegen den Sturz eines Reiterstandbilds des Südstaaten-Generals Robert E. Lee aufmarschiert waren, zeigte etwa die demokratische Gouverneursbewerberin Stacey Adams mit dem Finger auf Stone Mountain. Das Relief sei „wie Monumente quer durch den Staat eine stetige Erinnerung an Rassismus, Intoleranz und Teilung“, erklärte sie.

Selbst wenn die schwarze Politikerin die Nominierung und dann im kommenden Jahr die Wahl gewinnen sollte, hätte ihr Vorstoß kaum Chancen. Denn Georgia hat in seinen Gesetzen verankert, dass das Bildnis „nie geändert, entfernt, verborgen oder auf irgendeine Weise verdeckt“ werden soll. Vielmehr soll es „für alle Zeiten bewahrt und geschützt bleiben als Tribut an den Mut und das Heldentum der Bürger dieses Staates, die für ihre Sache litten und starben“.

Der Text war das Ergebnis einer Kompromisslösung aus dem Jahr 2001, die im Gegenzug eine neue Staatsflagge festschrieb. Zuvor war darauf noch die Kriegsflagge der Konföderierten zu sehen. Das Parlament von Georgia nun von einer Änderung des Gesetzes zu überzeugen, wäre nach Einschätzung von Charles Bullock, Politikprofessor an der Universität von Georgia, extrem schwierig: „Das wäre viel schwieriger als eine Statue zu kippen.“

Befürworter des Entfernens solcher Südstaaten-Symbole betonen, die Werke seien viel besser in Museen aufgehoben. Dort könnten sie mit den nötigen Erklärungen und Einordnungen präsentiert werden. Genau das geschehe schon in Stone Mountain, erwidert der Manager des Parks, der Stone Mountain Memorial Association.

In der weißen Memorial Hall auf dem Gelände sind Teile des Reliefs als Reproduktionen in Originalgröße zu sehen — um den Besuchern die Dimension vor Auge zu führen. Auch die Geschichte des Ortes wird behandelt, mit Ausstellungsstücken aus dem Bürgerkrieg 1861-1865, in dem sich Konföderierte und Union gegenüberstanden. Die Gründe des Krieges oder spätere Auseinandersetzungen werden jedoch nur am Rande berührt.

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