Rassismus-Skandal in Großbritannien Ukip-Vorstand spricht Parteichef Misstrauen aus

Um die EU-feindliche Ukip-Partei in Großbritannien ist es schlecht bestellt. Ein Parteichef nach dem anderen trat in den vergangenen Monaten zurück. Nun könnte Henry Bolton an der Reihe sein.
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Eine Textnachricht seiner damaligen Freundin könnte den Ukip-Chef den Job kosten. Quelle: dpa
Henry Bolton

Eine Textnachricht seiner damaligen Freundin könnte den Ukip-Chef den Job kosten.

(Foto: dpa)

LondonWegen eines Skandals um rassistische Äußerungen rutscht die rechtspopulistische Unabhängigkeitspartei (Ukip) in Großbritannien immer tiefer in die Krise. Der Vorstand sprach Parteichef Henry Bolton am Sonntagabend das Misstrauen aus - damit ist die Basis für seinen Rauswurf in den nächsten Wochen gelegt. Seine Stellvertreterin Margot Parker und der Parteisprecher für Immigration, John Bickley, traten aus Protest gegen Bolton von ihren Ämtern zurück. Seine Zeit als Parteichef sei abgelaufen, sagten sie am Montag in britischen Rundfunk-Interviews.

Boltons Freundin Joe Marney hatte in rassistischen Textnachrichten an einen Bekannten die Verlobte von Prinz Harry, US-Schauspielerin Meghan Markle, beleidigt. Markle hat afroamerikanische Wurzeln. Der Parteichef (54) trennte sich zwar daraufhin von dem fast 30 Jahre jüngeren Model, schloss aber seinen Rücktritt strikt aus. Dies stieß auf großen Unmut innerhalb der EU-feindlichen Partei.

Über Boltons Zukunft entscheiden nun die Parteimitglieder. Durch das Misstrauensvotum werde automatisch ein Sonderparteitag einberufen, sagte ein Parteisprecher. Dieser müsse binnen 28 Tagen stattfinden.

Bolton war erst im vergangenen September zum Ukip-Chef gewählt worden. Die Partei steckt in einer tiefen Krise. Bei den letzten Wahlen zum Parlament und auf kommunaler Ebene musste sie Niederlagen einstecken. Im Unterhaus ist sie gar nicht mehr vertreten.

Bis 2016 war Nigel Farage, einer der prominentesten Brexit-Befürworter, Chef der Ukip. Danach gaben sich seine Nachfolger schnell hintereinander die Klinke in die Hand: Diane James, Paul Nuttall, Steve Crowther und schließlich Bolton.

  • dpa
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