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Rat an junge Eltern : „Kaufen Sie ein Jagdgewehr!“

Obamas Vize rät jungen Eltern zum Kauf von Schrotflinten. Ein Tritt ins Fettnäpfchen? Schützenhilfe kommt vom Präsidenten - die Aussage ist Teil der gemeinsamen Kampagne für striktere Waffengesetze.

Seit Wochen reist Joe Biden durch die USA und wirbt für schärfere Waffengesetze. Quelle: AFP
Seit Wochen reist Joe Biden durch die USA und wirbt für schärfere Waffengesetze. Quelle: AFP

WashingtonUS-Vizepräsident Joe Biden hat jungen Eltern dazu geraten, zur Selbstverteidigung eine Schrotflinte im Haus zu haben. „Kaufen Sie ein Jagdgewehr!“, sagte Biden in einer im Internet übertragenen Fragestunde des Elternmagazins „Parents“. Dessen Zerstörungskraft sei völlig ausreichend. Barack Obama unterstützte am Mittwoch den Ratschlag seines Stellvertreters. Der Präsident stimme dem zu, dass Hausbesitzer keine Waffen im Militärstil benötigten, also zur Selbstverteidigung eine Schrotflinte die „logische Wahl“ sei, sagte Obamas Sprecher Jay Carney.

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In der Runde am Dienstag hatte eine Frau Biden die Frage gestellt, ob gesetzestreue Bürger nicht häufiger Ziel von Kriminellen würden, sollten halbautomatische Waffen und Magazine mit großer Kapazität verboten werden. „Kate, wenn Sie sich selbst verteidigen wollen, kaufen Sie sich eine doppelläufige Schrotflinte und besorgen Sie sich Patronen“, sagte Biden darauf.

Die USA und die Waffen

  • Undurchsichtige Rechtslage

    Im Zweiten Zusatzartikel zur Verfassung ist das Recht auf privaten Waffenbesitz verbrieft. Dort heißt es: "Weil eine gut organisierte Miliz für die Sicherheit eines freien Staates erforderlich ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden." Die Frage, wie weit dieses Recht reicht und welchen Beschränkungen es unterworfen werden darf, ist Gegenstand kontroverser Debatten.

    Seit 1993 steht etwa eine Überprüfung von Waffenkäufern im Bundesrecht. Verurteilte Kriminelle, Menschen mit psychischen Störungen oder Drogenabhängige dürfen demnach keine Schusswaffen erwerben. Ein im Folgejahr erlassenes Verbot halbautomatischer Gewehre wurde dagegen 2004 nicht verlängert. Dazu kommt ein Dschungel an Gesetzen und Verordnungen auf Ebene der Bundesstaaten und Kommunen. Immer wieder landeten regionale Beschränkungen für Waffenerwerb und -besitz dabei vor dem Obersten Gerichtshof, der in Grundsatzurteilen 2008 und 2010 ein Recht auf private Waffen anerkannte.

  • Zahl der Schusswaffen

    Mehreren Studien zufolge sind in den USA bis zu 300 Millionen Schusswaffen im Privatbesitz - das entspricht fast einer Waffe pro Einwohner. In einer Erhebung des Gallup-Instituts aus dem vergangenen Jahr gaben 47 Prozent der Befragten an, in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe zu leben. Jeder dritte US-Bürger ist demnach selbst Waffenbesitzer.

    Die Waffenschmieden des Landes produzierten im Jahr 2011 knapp 2,5 Millionen Pistolen, 573.000 Revolver sowie mehr als drei Millionen Gewehre, wie die Statistiken der Behörde für Alkohol, Tabak und Feuerwaffen (ATF) zeigen. In den USA gibt es fast 130.000 lizensierte Waffenhändler.

  • Opfer durch Waffengewalt

    Mehr als 30.000 Menschen sterben in den USA jedes Jahr durch Schusswaffen - darunter sind mehr als 12.000 Morde. Die Anti-Waffen-Lobbyisten der Brady Campaign geben in ihrer Berechnung aus dem Jahr 2011 an, dass 270 Menschen täglich durch Schusswaffen verletzt oder getötet werden. Darunter seien auch 38 verletzte und acht getötete Minderjährige. Nach Angaben der Bundespolizei FBI wurden im vergangenen Jahr 68 Prozent aller Morde mit Schusswaffen verübt.

Seit Wochen reisen Obama und Biden durch die USA und werben für striktere Waffengesetze. Unter anderem soll der persönliche Hintergrund von Waffenkäufern obligatorisch überprüft werden. Außerdem soll es ein Verbot halbautomatischer Waffen geben.

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