Ratingagentur Fitch
Frankreich droht Verlust der Spitzennote AAA

Trübe Aussichten für Frankreich: Die Ratingagentur Fitch zweifelt an der Spitzennote des Landes. Grund dafür ist die wachsende Schuldenlast. In Paris reagierte man gelassen auf die Nachricht.
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ParisFrankreich kann seine letzte verbliebene Spitzennote bei einer Rating-Agentur nur mit größter Haushaltsdisziplin halten. Die Bonitätswächter von Fitch veranschlagen in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung die Schuldenlast des Landes im Jahr 2014 auf 94 Prozent der Wirtschaftsleistung: „Das ist hart an der Grenze dessen, was mit einer Spitzennote 'AAA' für Frankreich vereinbar ist.“ Die Staatsschuld müsse ab 2014 nachhaltig zurückgeführt werden. In den von Fitch mit Spitzenbonität beurteilten Ländern haben nur die USA und Großbritannien noch höhere Schuldenberge zu bewältigen.

Zugleich beließ die Agentur, die Frankreich anders als die Konkurrenten Moody's und S&P noch immer die höchste Kreditwürdigkeit bescheinigt, den Ausblick auf 'negativ'. Finanzminister Pierre Moscovici wertete die Fitch-Beurteilung als „Ermutigung und Motivation“ für die Regierung in Paris, ihre Ziele beim Verringern der Schuldenlast weiter zu verfolgen. „Es ist sehr wichtig, dass wir den eingeschlagenen Weg weitergehen“, betonte der Sozialist.

S&P hatte zuvor Großbritannien mit dem Entzug der Bestnote für die langfristige Kreditwürdigkeit gedroht. Zwar bekräftigte die Agentur das bisherige AAA-Rating, senkte aber den Ausblick auf 'negativ' von zuvor 'stabil'. Als Grund führte S&P unsichere Erholungs- und Wachstumsaussichten für das Land an. Die Chancen für eine Herabstufung innerhalb der nächsten zwei Jahre bezifferte S&P mit eins zu drei. Großbritannien gehört neben Deutschland und Kanada zu dem kleinen Kreis von Ländern, die noch über eine Spitzenbewertung bei den Rating-Agenturen verfügen.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ratingagentur Fitch: Frankreich droht Verlust der Spitzennote AAA"

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  • Bei Frankreich steht ein kompletter gesellschaftlicher und ökonomischer Umbau an, der so kaum durchzusetzen ist. Um innerhalb der Eurozone wieder fit zu werden und als glaubwürdiger Rettungsgarant anerkannt zu werden, stehen härteste und schwerste Einschnitte in den staatlichen Budgets an. Mit den Menschen dort sicherlich nicht zu machen. Also wird wieder alles auf die EZB hinauslaufen. Retten durch Drucken. Und als Gratiszugabe eine europäische Sozialunion, eine Bankenunion mit einer gemeinsamen Haftungseinlagensicherung und eine Wirtschaftsregierung, die an den nationalen Parlamenten und den Wählern vorbeiagiert.

  • welch Schwachsinn!

  • "In Paris reagierte man gelassen auf die Nachricht"

    Klar Schulden sind in der EU doch bares Geld wert...

    Ganz Europa ist doch nur noch ein einziger Schuldenberg...ob Schuldner oder Gläubiger - verschuldet sind beide bis über die Ohren. Darauf baut doch die ganze EURO-Rettungspolitik auf - auf Schulden! Da macht ein EU-Mitglied Schulden, um einem anderen die Zinszahlungen auf deren Schulden zu finanzieren - welch Schwachsinn!

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