Ratingagentur
Moody's drängt Euro-Länder zu weiteren Reformen

Die Ratingagentur Moody's registriert die Reformbemühungen in der Euro-Zone, sieht diese jedoch „bestenfalls” auf halbem Weg. Immerhin würden einige Länder wirtschaftlich bereits Fortschritte machen, auch Griechenland.
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DüsseldorfDie Peripheriestaaten der Eurozone sind nach Ansicht der Ratingagentur Moody's Investors Service „bestenfalls” auf halbem Weg, ihre wirtschaftlichen Ungleichgewichte auszugleichen und notwendige Strukturreformen zu ergreifen. „Reformen, sowohl in der Peripherie wie auch im Kern, finden bereits statt - in einigen Fällen sogar in größerem Umfang”, urteilten die Analysten um den für Volkswirtschaften verantwortlichen Analysten Lucio Vinhas de Souza in einer am Dienstag in New York veröffentlichten Studie.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs der angeschlagenen Nationen der europäischen Peripherie versuchen ihre Länder wieder in Schwung zu bringen und für die Tilgung ihrer Schulden das notwendige Wirtschaftswachstum anzustoßen. Die Europäische Union und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben sich in der Zwischenzeit auf die Zahlung von mindestens 393 Mrd. Euro Hilfe an Griechenland, Irland, Portugal und Spanien verpflichtet.

Während es bereits Fortschritte in einigen Ländern bei der Handelsbilanz und der Wettbewerbsfähigkeit gebe, dürften die Länder in ihrem Reformtempo nicht nachlassen, mahnte die Ratingagentur. Der Bericht nennt keine Kreditratings einzelner Länder.

Ein Vergleich mit den Krisen in Schweden und Finnland in den 90er Jahren zeige, dass die vollständige Auflösung von Ungleichgewichten einige Jahre dauern könne. „Der Vergleich betont auch die Bedeutung von Strukturreformen um nachhaltige Gewinne zu erzielen.”

Zu den Erfolgen zählen die Autoren die Arbeitskosten, die in Spanien von ihrem Hoch bislang um 5,9 Prozent gesunken sind. In Griechenland und Irland sind sie entsprechend um 7,8 Prozent und 13,7 Prozent gesunken und stützen somit den Export und eine nachhaltige Wirtschaftsleistung. Italien habe es bislang nicht geschafft, das Handelsbilanzdefizit zu begrenzen, die Arbeitskosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu den Partnerländern zu erhöhen, hieß es.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ratingagentur: Moody's drängt Euro-Länder zu weiteren Reformen"

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  • Die Summe der realen Löhne sind in Spanien um über 5 Prozent gesunken. Das ist die Folge der hohen Arbeitslosigkeit. Die Lohnstückkosten sind dadurch natürlich nicht gesunken.
    Moody's Analyse ist daher ein Schwachsinn.

    Das ist in den anderen Ländern wie Griechenland genau so.

    Mehr dazu auf www.querschuesse.de

    Pleiti aus Österreich

  • Ist es die Aufgabe einer Ratingagentur, politische Vorgaben zu machen. An dieser Anmaßung ist ablesbar, was für ein Spiel diese Ratingagenturen eigentlich treiben. Das sind nach deren eigener Definition Wirtschaftsjournalisten, die für ihre Aussage, Prognosen etc. keinerlei Verantwortung übernehmen. Das heißt, dass selbst nachweislich falsche Bewertungen, wie vor der Lehman-Pleite auf strukturierte Assets abgegeben wurden nicht justiziabel sind. Und diese Fuzzies maßen sich an, das Kasino mit solchen Meldungen anzutreiben und die Politik tut nichts dagegen.

  • Moody´s in nicht in der Position irgendetwas oder irgendwen zu drängen.

    Völlig überbewertet diese Spelunken- und Casinobuden !

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