Ratingagentur
Moody's prüft Herabstufung Italiens

Nach der Herabstufung durch Standard & Poor's im Mai droht Italien nun auch von Seiten der Ratingagentur Moody's eine schlechtere Bonitätsnote. Damit kommen auf das Land weitere Schwierigkeiten beim Schuldenabbau zu.
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New YorkDie Ratingagentur Moody's hat Italien mit einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit gedroht. Die derzeitige Bonitätsnote von „Aa2“ sei in Gefahr, teilte Moody's am Freitagabend mit. „Aa2“ ist die drittbeste Note bei Moody's.

Die Ratingagentur begründete ihr Vorgehen mit der strukturellen Schwäche der italienischen Wirtschaft, die das Wirtschaftswachstum belaste. Zudem dürften steigende Zinsen die Konjunktur in Italien dämpfen. Italien leidet seit vielen Jahren unter einer ausgeprägten Wachstumsschwäche.

Zudem gebe es für die Konsolidierungspläne der Regierung Umsetzungsrisiken, schreibt Moody's. Die Konsolidierung des Haushaltes sei notwendig, um den Schuldenstand auf einem erträglichen Niveau zu halten. Italien hat nach Griechenland den zweithöchsten Schuldenstand in der Eurozone. Derzeit liegt der Schuldenstand in Italien bei 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Erlaubt sind in der Eurozone eigentlich nur 60 Prozent.

Zudem haben sich laut Moody's die Refinanzierungsbedingungen in der Eurozone für Länder mit einem hohen Schuldenstand verschlechtert.

Moody's spielt damit auf die in der Schuldenkrise gestiegenen Risikoaufschläge für Anleihen der Randländer der Eurozone an. Italien ist die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone. Eine Schuldenkrise Italiens wäre daher für die Eurozone kaum zu bewältigen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ratingagentur: Moody's prüft Herabstufung Italiens"

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  • Ratingagenturen sind doch eine feine Sache. Sie entlasten die Bankmanager. Die brauchen sich keine Gedanken mehr machen, wie riesikoreich ein Kreditgeschäft ist. Sie legen den Risikozins nach der Einstufung der Ratingagentur fest - fertig. Und wenn das schief geht? Na und - machen doch alle so!

    Rating ist das Outsourcen der Risikoeinschätzung von Kreditgeschäften. Sorgen- und schuldfreies Managen ist möglich! Leider bleibt dabei der Schaden nicht aus. Nur Schuld ist keiner mehr und die Ratingagenturen verleihen ja kein Geld.

    Betrachtet man so ein System von außen, muß man denken, das System können doch nur Idioten zulassen! Nur wer läßt so was zu? Nicht die Bankmanager, die sind nur Nutznieser.

    Wir brauchen wieder mehr Generalisten in der Politik. Politiker, die mehr als zwei Schachzüge überblicken können und nicht gleich alles kaufen, was ihnen an der Parlamentstür angedreht wird.

  • den amerikanischen "Ratingagenturen" MUSS ein Riegel geschoben werden und zwar SOFORT!
    wann verstehen die europ. Politiker und auch die Presse endlich, dass es hier um NICHT ANDERES als einen KRIEG um das KAPITAL handelt !!! die USA brauchen MEHR als jedes andere OECD Land auslaendisches Kapital - jedes Mittel ist den USA dazu recht: die Verunglimpfung des EU Modells, fast aller EU-Staaten, Schikanen geg. Europ. Banken, usf!

  • Die Ratingagenturen sind privater Natur und Profitorientiert.
    Sie sind PRO USA / UK
    Zu gegebener Zeit werden sie die USA herabraten - geplanterweise !
    Dann gibts ein Chapter 11 auf Staatsebene, womit sich die USA wieder gesundstoßen will.
    Und die Asiaten aus dem Rennen wirft.....

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