Ratingagentur
S&P erklärt teilweisen Zahlungsausfall Argentiniens

Schlechte Nachrichten für Argentinien: Die Ratingagentur S&P hat den teilweisen Zahlungsausfall des Landes erklärt. Die Herabstufung ist eine Reaktion auf das Versäumnis die Staatsschulden fristgerecht zu tilgen.
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New YorkDie US-Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit von Argentinien auf das Niveau eines "teilweisen Zahlungsausfalls" herabgestuft. Damit reagierte S&P am Mittwoch auf das Versäumnis von Buenos Aires, 539 Millionen Dollar an Staatsschulden bei internationalen Gläubigern fristgerecht zu tilgen. Hinter dem Zahlungsausfall steht ein Streit zwischen Argentinien und zwei US-Hedgefonds, die einen Schuldenschnitt für das südamerikanische Land nicht mittragen und den Nennwert ihrer argentinischen Staatsanleihen verlangen.

Der argentinische Wirtschaftsminister Axel Kicillof verhandelte in New York mit den Hedgefonds NML Capital und Aurelius, der Ausgang der Gespräche war unklar. Nach Angaben einer Sprecherin wollte Kicillof in Kürze eine Pressekonferenz abhalten.

Argentinien hatte die fällige Summe bei einer US-Bank hinterlegt. Ein US-Bundesrichter hatte aber angeordnet, dass Argentinien erst die beiden Hedgefonds ausbezahlen muss, ehe es die Forderungen der anderen Gläubiger begleichen darf. Buenos Aires verweigert die Zahlung an NML Capital und Aurelius, die argentinische Schulden nach der Staatspleite Ende 2001 billig aufgekauft hatten und nun den vollen Wert geltend machen.

Mit der Entscheidung von S&P gilt die drittgrößte Wirtschaftsmacht Lateinamerikas zum zweiten Mal in weniger als 15 Jahren als zahlungsunfähig. Die Ratingagentur verwendet die Bewertung "teilweiser Zahlungsausfall", wenn ein Schuldner eine Anleihe oder Kreditrate nicht fristgerecht zurückzahlt, aber andere Verpflichtungen weiter erfüllt. Zuvor hatte S&P die argentinische Kreditwürdigkeit mit der Note CCC- bewertet. Das Land ist seit der Staatspleite von 2001 praktisch vom internationalen Kapitalmarkt ausgeschlossen.

In den Jahren 2005 und 2010 hatte Argentinien sich mit mehr als 90 Prozent seiner Gläubiger auf eine Umschuldung geeinigt. Einige wenige Investoren wie NML Capital und Aurelius blieben jedoch hart. Vor einem US-Bundesgericht erstritten die beiden Hedgefonds von Argentinien die Summe von 1,3 Milliarden Dollar, der Oberste Gerichtshof in Washington wies die Beschwerde von Buenos Aires gegen das Urteil vergangenen Monat ab. Die US-Justiz war zuständig, weil ein Teil der argentinischen Rückzahlungen über den Finanzplatz New York abgewickelt wird.

Argentinien steckt in einer Zwickmühle: Zahlt es nämlich die Hedgefonds aus, könnten dafür die Vereinbarungen mit den anderen Gläubigern über die Schuldenschnitte nachträglich platzen. Gegenüber den Teilnehmern der Umschuldungsprogramme hatte sich Buenos Aires mit der sogenannten Rufo-Klausel verpflichtet, den ausharrenden Gläubigern bis Ende 2014 kein besseres Angebot vorzulegen. Die argentinische Regierung fürchtet mögliche Kosten von 120 Milliarden Dollar, sollte sie gegen die Klausel verstoßen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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