Ratingagentur warnt
Griechen bringen Euro-Bonität in Gefahr

Der Austritt Griechenlands aus dem Euro hätte Folgen für alle Länder der Währungszone. Die Bonitätsprüfer drohen allen Staaten mit einer Herabstufung des Ratings. Ob es dazu kommt, hängt allein vom Handeln der Politik ab.
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LondonBei einem Euro-Austritt Griechenlands droht allen Staaten der Währungsgemeinschaft eine Rating-Herabstufung durch die Agentur Fitch. Die Bonitätswächter erklärten am Freitag, sie hätten die systemischen und länder-spezifischen Folgen eines solchen Szenarios neu bewertet. Sobald Griechenland als Folge der politischen Krise oder eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs aus der Währungsgemeinschaft ausscheidet, könnten die Ratings der anderen Euro-Länder mit "negative watch" versehen werden - dann würde ihnen eine baldige Herabstufung drohen.

Die Wahrscheinlichkeit und den Umfang eines solchen Schritts machte die Agentur von der Reaktion der Euro-Zone auf einen Austritt Griechenlands abhängig. Entscheidend sei, ob es der Politik gelinge, die Ansteckungsgefahren in Grenzen zu halten und einen glaubwürdigen Plan für eine reformierte Euro-Zone vorzulegen, hieß es in einer Mitteilung. Für den Fall eines Euro-Endes in Griechenland stünden die Bewertungen von Ländern mit einem negativen Ausblick zuerst zur Disposition. Fitch benannte hier Zypern, Frankreich, Irland, Italien, Portugal, Spanien, Slowenien und Belgien. Von der Einstufung durch die dominierenden Rating-Agenturen Moody's, Standard & Poor's und Fitch hängen die Refinanzierungskosten eines Landes unmittelbar ab. Je schlechter die Bewertung, umso teurer wird es für eine Regierung, an Geld zu kommen.

Die Mehrheit der Griechen lehnt einen Euro-Austritt ab. Allerdings erhielten bei der Parlamentswahl am Sonntag Sparkritiker gewaltigen Zulauf, während die konsolidierungswilligen Parteien herbe Verluste hinnehmen mussten. Die internationalen Geldgeber haben ein Ende der Unterstützung bei einer Abkehr vom Reformkurs angekündigt. Bislang hat es keine Partei geschafft, eine Regierung zu bilden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ratingagentur warnt: Griechen bringen Euro-Bonität in Gefahr"

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  • Was wäre, wenn die EU-Politiker nicht so dumm sind wie sie scheinen? Dann wäre das Chaos und die soziale Euthanasie weiter Bevölkerungsteile nicht ein Fehler der Politik, sondern deren erklärtes Ziel. Dann lösen sich auch alle Wiedersprüche auf, und die Wut vergrössert sich LOL

  • Ein Europa der Vaterländer" ? - Ich glaube, da hat wer Europa nicht ganz verstanden...

    Sinnvoller wäre zB endlich die Bildung einer unabhängigen, nicht-gewinnorientierten, europäischen Ratingagentur...

  • Ein Europa der Vaterländer ist aktueller denn je, so wie es die europäische Rechte schon vor 20 Jahren propagiert hat - aber das sind ja alles Nazis!

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