Ratingagenturen
Auch Moody's muss mit Klage der US-Regierung rechnen

Der Ratingagentur Moody's droht eine Klage. Wie gegen S&P will die US-Regierung auch gegen den Konkurrenten Moody's vorgehen. Der Vorwurf lautet Täuschung von Investoren.
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Washington/New YorkDie USA werden Insidern zufolge nach der Klage gegen Standard & Poor's (S&P) voraussichtlich auch gegen die konkurrierende Rating-Agentur Moody's vorgehen. Das US-Justizministerium und zahlreiche Bundesstaaten diskutierten momentan, den Fall, in dem es um Täuschung von Investoren geht, auszuweiten, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen zu Reuters. „Denken Sie nicht, Moody's ist vom Haken.“ Untersuchungen in diese Richtung befänden sich aber erst in einem frühen Stadium, vor allem, weil sich die Behörden zunächst auf die S&P-Klage konzentriert hätten.

Moody's und das Justizministerium lehnten eine Stellungnahme zu den Informationen ab. In der Vergangenheit hatte Moody's immer wieder die Methodik für die Bonitätsnoten verteidigt. Den Rating-Agenturen wird vorgeworfen, US-Hypothekenwertpapiere viel zu lange zu positiv bewertet zu haben, weil sie durch die vielen Emissionen und Verbriefungen selbst sehr gut verdient haben. Die Anleger wurden, so die Kritiker, nicht vor der heraufziehenden Finanzkrise gewarnt. Erst als diese 2007 mit Problemen am US-Immobilienmarkt ausbrach, wurden die Papiere schnell heruntergestuft – und die Krise so noch verstärkt.

Die Insider ergänzten, eine Klage gegen Moody's werde vermutlich erst kommen, wenn die Vorwürfe gegen S&P gerichtlich geprüft seien. Die US-Regierung verklagt S&P auf fünf Milliarden Dollar. An der Börse haben die Aktien der S&P-Mutter McGraw Hill seitdem mehr als ein Viertel ihres Wertes verloren. Moody's -Papiere büßten 15 Prozent ein.

In Justizkreisen hieß es zudem, der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hat eine Untersuchung gegen alle drei großen Rating-Agenturen eingeleitet, also auch Fitch. Momentan würden Informationen zusammengetragen.

Der demokratische Senator von Connecticut, Richard Blumenthal, sagte unterdessen, das Vorgehen der Agenturen sei ähnlich gewesen. S&P sei aber am größten und habe mit den umstrittenen Ratings am meisten Gewinn gemacht. Connecticut geht bereits seit längerem gegen S&P und Moody's vor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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