Rato nennt persönliche Gründe
IWF-Chef Rato tritt vorzeitig ab

Überraschend hat der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) seinen vorzeitigen Rücktritt angekündigt. Rodrigo Rato wird sein Amt kurz nach der IWF-Herbsttagung im Oktober aus persönlichen Gründen niederlegen, teilte er am Donnerstag in Washington mit.

HB WASHINGTON. „Meine familiären Umstände und Pflichten, insbesondere was die Ausbildung meiner Kinder angeht, sind der Grund, dass ich früher als erwartet meine Verantwortung bei dem Fonds abgebe“, erklärte der Spanier in Washington. Er ist geschieden und hat drei Kinder. Der ehemalige spanische Finanz- und Wirtschaftsminister war 2004 dem heutigen Bundespräsidenten Horst Köhler an der Spitze des IWF nachgefolgt.

Wer für die Nachfolge in Frage kommen könnte, wurde zunächst nicht bekannt. Der Direktor des IWF ist traditionell ein Europäer, der Chef der Weltbank ein US-Amerikaner.

Rato wurde 1949 geboren. Nach einem Studium der Rechtswissenschaften in Spanien und der Betriebswirtschaft in den USA ging er in die Politik. Als „Superminister“ für Wirtschaft- und Finanzen war er ab 1996 maßgeblich daran beteiligt, dass Spanien die Maastricht-Kriterien erfüllte und an der Währungsunion teilnehmen konnte. Später wurde er Vize-Ministerpräsident, bevor die Regierung von Jose Maria Aznar 2004 die Wahl verlor. Ratos Kandidatur für den IWF wurde von den USA unterstützt. Er setzte sich dabei gegen Jean Lemierre durch, für den sich Deutschland und Frankreich stark gemacht hatten.

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