Razzien in Sydney und Brisbane
Australische Polizei verhindert IS-Terroranschlag

Bei einem großangelegten Einsatz hat die Polizei in Australien fünfzehn Terrorverdächtige gefasst – und damit wohl einen Anschlag vereitelt. Die Extremisten sollen öffentliche Enthauptungen in Sydney geplant haben.
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SydneyDie Polizei hat in Australien nach eigenen Angaben Anschläge von Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vereitelt. Diese hätten öffentliche Exekutionen auf den Straßen des Landes geplant, sagte Premierminister Tony Abbott am Donnerstag vor Reportern.

Die Polizei war bei dem größten Anti-Terror-Einsatz in der Geschichte des Landes mit 800 Beamten im Einsatz, wie der Chef der Bundespolizei, Andrew Colvin, sagte. 15 Verdächtige seien festgenommen worden. Bei den Razzien sollen Macheten, Gesichtsmasken und Kampfanzüge sichergestellt worden sein.

Gegen einen Verdächtigen haben die Behörden bereits Anklage wegen geplanter Terroranschläge erhoben. Ein 22-Jähriger wurde in Sydney einem Richter vorgeführt. Der Mann aus Sydney habe einen Anschlag geplant, der „die Gesellschaft schockieren, entsetzen und verängstigen“ sollte, zitierte der Sender ABC Staatsanwalt Michael Allnutt. Nach Informationen des Senders erhielt der Mann diese Woche einen Telefonanruf von einem australischen Extremisten aus dem Nahen Osten, der mit der Terrormiliz Islamischer Staat kämpft. Der Mann habe ihn angestachelt, Menschen in Australien auf offener Straße zu entführen und zu enthaupten. Die Videos sollten veröffentlicht werden.

„Die Aufforderung (zu den Anschlägen) kam von einem Australier, der offenbar eine hohe Position innerhalb der IS-Miliz innehat“, sagte Abbott. „Sie ging an Sympathisanten in Australien, die demonstrative Tötungen hier in unserem Land vornehmen sollten.“ Es handele sich nicht nur um einen Verdacht, betonte Abbott. Die Polizei habe konkrete Geheimdienstinformationen erhalten. Danach wollten die Extremisten offenbar wahllos einen Bürger auf der Straße anhalten und diesen nach dem Muster der Extremisten, die seit August vermutlich in Syrien drei westliche Geiseln hingerichtet hatten, vor laufender Kamera enthaupten.

„Wir glauben, dass diese Gruppe (...) mit den Planungen für willkürliche Gewaltakte gegen ganz normale Bürger begonnen hatte“, sagte Polizeichef Colvin. Bei Razzien unter anderem in Sydney und Brisbane seien 25 Häuser und Wohnungen durchsucht worden. Die Festnahmen erfolgten in Sydney.

Die Behörden des Landes hatten die Terrorwarnstufe am vergangenen Freitag von der mittleren Stufe auf „hoch“ gesetzt. In Brisbane wurden vergangene Woche zwei Männer festgenommen, die dabei geholfen haben sollen, Kämpfer für militante Islamistengruppen in Syrien anzuwerben. Die Geheimdienste gehen davon aus, dass 60 Kämpfer mit australischem Pass für den IS in dem Land im Einsatz sind. Abbott wollte am Donnerstag in Darwin 600 Soldaten verabschieden, die den Kampf gegen den IS im Irak unterstützen sollen.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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  • @ Hans Kammerer „Nur wenn die kleinen Kiddies in der Schule einen Islam nach deutscher Prägung lernen, haben wir einen Einfluss. Wenn diese Kinder ansonsten ihren Islam ab 14 in Hinterhofmoscheen von irgendwelchen aus dem Ausland gesteuerten Organisationen lernen, ist dies kein Zugewinn.“

    Wovon träumen Sie denn. Den Islam „deutscher Prägung“ wird es nicht geben, genau so wenig wie den „Euroislam“ und das, solange sich die Islamlehrer in dessen Lehrinstituten weigern die Lehre zu interpretieren und der Zeit anzupassen. Es bedarf keiner Hinterhofmoscheen, um den Islam im Sinne des Islam in D zu verbreiten. Die Moscheen, in denen dies geschieht, sind hier in D staatlich anerkannte und werden von der DITIB betrieben und die werden vom türkischen Religionsministerium im Sinne der Türkei gesteuert. Zudem scheinen Sie zu übersehen, daß die „Kiddies“ in ihren islamisch geprägten Familien nicht als Deutsche, sondern als die Kinder des Herkunftslandes ihrer Eltern sozialisiert werden. In D sind dies mehrheitlich Türken. Ausnahmen bestätigen die Regel, sind aber nur marginal vorhanden. Für die meisten gilt; wir sind und bleiben Türken, auch mit deutschem Paß. Deutschland und die Deutschen interessieren die nur am Rand.
    Im übrigen, Sie halten das GG offensichtlich für heilig, gilt, das GG kann auch geändert werden. Das war bisher 52 mal der Fall, das letzte mal 2006, die meisten Änderungen gab es in den 1960er und 1990er Jahren.

  • @ Hans Kammerer

    Meine politischen Aktionen sind Informationen zu verbreiten, an Diskussionen teilzunehmen und zum ersten Mal in meinem Leben einer Partei beizutreten und damit
    mehr Möglichkeiten habe mehr gehört zu werden.

    Man muss sehen das die heutigen Politiker von Rot/GRÜN und Schwarz vermutlich in wenigen Jahren im Gefängnis sitzen wegen Mitgliedschaft in einer Bandenähnlichen Vereinigung.. heute Partei genannt. Damit wissen Sie mit welcher Partei ich mich beschäftige. Bitte nicht NPD nennen!

    Was in Deutschland heute abläuft, ist so gravierend das man die Wand schon sieht wo wir gegen fahren.

    Wenn dann noch Hundertausende Flüchtlinge kommen die eventuell Angehörige durch Deutsche Terroristen verloren haben, ist es nur eine Frage der Zeit bis der Hass nicht mehr zu unterdrücken ist. In Hamburg freue ich mich auf weitere 5000 Tausend Flüchtlinge , die Polizei ist ständig im Einsatz vor den Einrichtungen.

    Wenn Sie helfen wollen, dann unterstützen Sie die gegenwertige Politik und rufen nach mehr Zuwanderung die wir brauchen in Höhe von 500 000 Tausend Zuwanderer.

    Unterstützen Sie auch den Justizminister Maas und die Grünen hier mal Volker Beck genannt, der die Rückkehrer auch schützen will. Dann auch weiter für Doppelpässe plädieren die man gut für Terroreinsätze nutzen kann. Dass hilft das der Staat schneller zerstört wird.

    Die Gesellschaft ist es schon.

  • @Hans Kammerer:

    Australien ist traditionell einer der engsten US-Verbündeten. Aber dort unten ist man bequem weit weg vom Vorderen Orient. Dementsprechend wenig Lust hat der gemeine Australier Geld und Leben für den Kampf gegen IS zu opfern.

    Also muss man etwas inszenieren um die öffentliche Meinung dort unten auf seine Seite zu bekommen.

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