Reaktion auf Ahmadinedschad
Israel droht Iran mit Militärmacht

Israel wehrt sich gegen die heftigen Provokationen aus Teheran: Als Reaktion auf die antisemitischen Äußerungen des iranischen Präsidenten forderte die Regierung von Ariel Scharon jetzt einen Bund gegen das Land unter Führung der USA. Auch militärische Mittel werden nicht ausgeschlossen.

HB JERUSALEM. Ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon sagte, ein solcher Bund müsse Sanktionen durchsetzen und das iranische Atomprogramm stoppen. Gleichzeitig warnte Raanan Gissin Iran, den israelischen Verteidigungswillen zu unterschätzen. „Gott sei Dank haben wir heute die Mittel, einen zweiten Holocaust zu verhindern“, sagte Gissin.

Ahmadinedschad hatte zuvor den Holocaust geleugnet und gesagt, anstatt die israelischen Angriffe gegen die Palästinenser zu thematisieren, widme sich der Westen „dem Märchen vom Massaker an den Juden“. Gissin sagte dazu, die Forderung des iranischen Präsidenten nach einer Tilgung Israels aus der islamischen Welt bedeute in Wirklichkeit, dass er die „ganze Weltkarte der heutigen Zivilisation mit seinen freien Ländern“ auslöschen wolle. Stattdessen strebe er eine „Weltkarte mit einem fundamentalistischen islamischen Regime“ an. „Leider wird er dazu bald die militärische Fähigkeit haben“, sagte Gissin unter Verweis auf das iranische Atomprogramm.

"Unsere Heimat werden wir nie verlassen"

Zu der Forderung Ahmadinedschads nach einer Verlegung Israels nach Europa, die USA, Kanada oder Alaska, sagte Gissin: „Ich will gern nach Alaska reisen, wenn er mein Flugticket bezahlt, aber danach komme ich zurück hierher (nach Israel), weil dies unsere Heimat ist, und die werden wir nie verlassen.“

Israel rüstet seit längerem auf, um für die größtmögliche Bedrohung gewappnet zu sein - einen Atomschlag des Irans. In den vergangenen Monaten hat die Luftwaffe amerikanische Kampfjets erhalten, die dank Extratanks den Iran erreichen könnten. Und mit Deutschland haben die Israelis einen Vertrag über den Bau von zwei U-Booten der Dolphin-Klasse unterschrieben. Die U-Boote sollen nach unbestätigten Berichten auch für den Abschuss von Atomraketen geeignet sein.

Mit einer einzigen Bombardierung - wie bei der Zerstörung eines im Bau befindlichen irakischen Reaktors 1981 - wäre es nach Ansicht von Experten im Falle des Irans nicht getan. „Diesmal gibt es kein Ziel, das man auf der Landkarte findet und zu dem man zwei F-15 schicken könnte, um das Problem zu lösen“, sagt Itamar Jaar, stellvertretender Vorsitzender des israelischen Sicherheitsrates.

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