Reaktion auf anhaltende Anschläge
Neue US-Offensive im Irak

Nach den zahlreichen Angriffen auf US-Soldaten im Irak hat die US-Armee am Sonntag bei einer neuen Offensive in dem Land eigenen Angaben zufolge zahlreiche Waffen und militärische Dokumente sichergestellt.

Reuters BAGDAD. Bei der Offensive im Grenzgebiet zu Iran nördlich von Bagdad seien mehr als 60 Menschen gefangen genommen worden, teilte die Armee mit. Der Einsatz werde fortgesetzt. Der US-Verwalter im Irak, Paul Bremer sagte, solange die Anhänger des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein nicht getötet oder gefangen genommen würden, würden die Angriffe auf die US-Soldaten nicht abreißen. In den USA forderten Senatoren der republikanischen Regierungspartei von US-Präsident George W. Bush und der Demokraten den Einsatz einer internationalen Truppe im Irak, um der Gewalt gegen die Besatzungstruppen Einhalt zu gebieten. Auch die Kriegsgegner Deutschland und Frankreich sollten sich daran beteiligen, sagte der Demokrat Joseph Biden, der im Auswärtigen Ausschuss des Senats sitzt.

Die Offensive der US-Armee richtet sich ihren Angaben zufolge gegen Siedlungen im Norden, die als Hochburg der Anhänger Saddams gelten. Zudem seien in der Stadt Mossul im Nordirak bei Razzien gegen eine radikal-moslemische Gruppe weitere 14 Menschen festgenommen und Waffen beschlagnahmt worden, teilte die Armee mit. Seit die USA am 1. Mai das Ende der Kampfhandlungen im Irak erklärt haben, sind mindestens 22 Amerikaner bei Angriffen auf die Besatzer getötet worden. Beim jüngsten Anschlag auf eine US-Fahrzeugkolonne in Bagdad wurden am Sonntagmorgen ein irakischer Zivilist getötet und zwei Angehörige der US-Militärpolizei verletzt.

Bremer sagte im US-Fernsehen, er gehe davon aus, dass Saddam den Krieg überlebt habe. „Wir werden ihn (aber) kriegen, tot oder lebendig“, sagte er dem Nachrichtensender CNN. Die US-Armee hatte während des Krieges mehrfach gezielt Angriffe auf Gebäude geflogen, in denen sich Saddam Geheimdienstberichten zufolge aufhalten sollte.

Die Senatoren Jospeh Biden und Chuck Hagel forderten im US-Fernsehen die Hilfe anderer Staaten, um Sicherheit im Irak zu erreichen. Bis zu 60 000 Soldaten seien dafür nötig, sagte Biden den „Fox News Sunday“. „Ich will Franzosen, Deutsche sehen, ich will türkische Abzeichen auf den Armen der Leute sehen, die dort an den Straßenecken stehen, die im Irak stationiert sind.“ Es sei an der Zeit, dass US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und US-Vizepräsident Dick Cheney ihren ideologischen Widerstand gegen einen Einsatz europäischer und NATO-Truppen aufgäben. Der Republikaner Hagel sagte CNN, die US-Regierung müsse internationale Unterstützung suchen, inklusive „mehr Beteiligung der Vereinten Nationen und mehr arabische Beteiligung."

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