Reaktion auf Anschlag: Israel greift Ziele im Gazastreifen an

Reaktion auf Anschlag
Israel greift Ziele im Gazastreifen an

Im Gazastreifen eskaliert erneut die Gewalt: Als Reaktion auf Mörser- und Raketenangriffe hat die israelische Luftwaffe am Donnerstag mehrere Ziele unter Beschuss genommen. Über Verletzte ist bislang nichts bekannt.
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Jerusalem/GazaUnter anderem seien Ausbildungszentren und Schmugglertunnel militanter Palästinenser getroffen worden, berichtete die palästinensische Polizei. Das israelische Militär bestätigte die Angaben. Verletzte habe es nicht gegeben, berichteten medizinische Einrichtungen. Am Mittwoch feuerten radikale Palästinenser mehr als ein Dutzend Raketen und Mörsergranaten auf den Süden Israels. Einige schlugen in den Städten Beerscheba und Aschdod ein. Daraufhin hatte das israelische Militär palästinensische Kämpfer beschossen.

Allein die Hamas habe die Verantwortung für den Beschuss zu tragen, erklärte Israels Minister für Zivilschutz, Matan Wilnail im israelischen Rundfunk. „Wir wissen was wir tun und haben dies in der Vergangenheit unter Beweis gestellt. Wenn nötig, werden wir im gleichen Verhältnis zurückschlagen.“ Bei israelischen Angriffen auf den Gazastreifen am Dienstag waren neun Palästinenser getötet worden, darunter drei Kinder.

Anschlag in Jerusalem

Einen Höhepunkt erreichte die Gewalt am Mittwoch, als eine Bombe an einer Bushaltestelle in Jerusalem eine 60 Jahre alte Frau tötete und mehr als 20 Menschen verletzte. Wie von britischer Seite bestätigt wurde, handelte es sich bei der Getöteten um eine Britin. Einem Angestellten eines benachbarten Kiosks konnte am Mittwoch offenbar noch Schlimmeres verhindern: Er hatte eine verdächtige Tasche neben einer Bushaltestelle entdeckt, eine Gruppe Jugendlicher von dem Ort entfernt und die Polizei gerufen. Während seines Gesprächs mit der Notrufzentrale explodierte jedoch der Sprengsatz. Bislang habe sich niemand zu dem Anschlag bekannt, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Gewalt neu entfacht

Der israelische UN-Botschafter Meron Reuben protestierte in einem Schreiben an den Weltsicherheitsrat und an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gegen den Anschlag und den Beschuss. Er rief die internationale Gemeinschaft auf, diese Angriffe mit deutlichen Worten zu verurteilen.

Zwischen Israel und militanten Palästinensern im Gazastreifen ist inzwischen die schlimmste Gewalt seit mehr als zwei Jahren ausgebrochen. Im Dezember 2008 hatte Israel auf monatelange Raketenangriffe mit einer dreiwöchigen Offensive im Gazastreifen reagiert. Dabei wurden rund 1.400 Palästinenser getötet, darunter hunderte Zivilisten. Bei den Angriffen kamen auch 13 Israelis ums Leben.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu warnte militante Palästinenser, den „eisernen Willen“ Israels nicht auf die Probe zu stellen. Er kündigte eine scharfe Reaktion auf Angriffe auf sein Land an, äußerte aber gleichzeitig die Hoffnung auf eine Wiederherstellung der Ruhe.

Extremisten im Westjordanland festgenommen

Unterdessen nahmen nach Angaben der Extremistengruppe Islamischer Dschihad palästinensische Sicherheitskräfte zehn ihrer Mitglieder im Westjordanland fest. Zuvor hatte die Gruppe den Anschlag von Mittwoch begrüßt. Unter den Festgenommenen seien zwei Anführer der Extremistengruppe, hieß es.

Festnahmen von Mitgliedern des Islamischen Dschihads sind selten. Üblicherweise zielen Razzien auf die Hamas ab - den Rivalen der von Präsident Mahmud Abbas geführten Fatah, die das Westjordanland kontrolliert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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