Reaktion auf Atomtest: USA lassen Langstreckenbomber über Südkorea fliegen

Reaktion auf Atomtest
USA lassen Langstreckenbomber über Südkorea fliegen

Die USA reagieren auf den angeblichen angeblichen Atomtest Nordkoreas. Ein Langstreckenbomber ist über Südkorea geflogen. Damit will das US-Militär Entschlossenheit zeigen.

SeoulAls Antwort auf den jüngsten Atomtest durch Nordkorea haben die US-Streitkräfte einen B-52-Langstreckenbomber über den Süden der koreanischen Halbinsel geschickt. Der Bomber habe Südkorea in niedriger Höhe nahe der nordwestlichen Stadt Osan überflogen, teilte die Pazifik-Kommandostelle der US-Streitkräfte am Sonntag mit. Dies sei eine Demonstration der Entschlossenheit der USA gewesen, ihre Verbündeten zu verteidigen, sagte der Befehlshaber der Kommandostelle, Harry Harris Jr. Der Bomber sei anschließend zur US-Pazifikinsel Guam zurückgekehrt. Nordkorea hatte am Mittwoch nach eigenen Angaben erstmals eine Wasserstoffbombe getestet.

Unterdessen bezeichnete Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un den angeblichen Wasserstoffbombentest seines Landes als Akt der Selbstverteidigung. Mit dem Schritt sollte der „Frieden auf der koreanischen Halbinsel und die regionale Sicherheit gegen Gefahren eines von den US-geführten Imperialisten verursachten Nuklearkrieges verteidigt“ werden, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Sonntag. Kim äußerte sich bei einem Besuch des Armeehauptquartiers des Verteidigungsministeriums, bei dem der von Pjöngjang gemeldete Atomtest gefeiert werden sollte. Es war seine erste Stellungnahme zu dem Nuklearversuch in dieser Woche.

Der Test sei „das legitime Recht eines souveränen Staates und eine angemessene Aktion, die niemand kritisieren“ könne, sagte Kim laut dem Bericht weiter. Mit Blick auf den Atomversuch verwies er auch auf den für Mai geplanten ersten Parteitag der regierenden Kommunisten seit 1980. Es wird erwartet, dass Kim bei der Zusammenkunft die Parteiführung personell umgestalten und seine Macht so ausbauen will.

Die internationale Gemeinschaft strebt als Reaktion auf den von mutmaßlichen Atomtest neue Sanktionen gegen Nordkorea an. Seoul reagierte schon und nahm am Freitag die Propagandalautsprecher an der Grenze zum Norden in Betrieb. Die Durchsagen sollen die Unfehlbarkeit der Herrscherfamilie Kim infrage stellen. Zugleich gibt es große Zweifel an der Darstellung über eine Zündung einer H-Bombe. Denn das Nukleararsenal Nordkoreas gilt als begrenzt, die am Mittwoch registrierte Detonation soll zudem für eine solche Bombe nicht stark genug gewesen sein.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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