Reaktion auf Bombardement
Hisbollah-Führer droht offen mit Krieg

Ungeachtet internationaler Kritik haben Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz ihre Angriffe am Freitag verstärkt. Bei neuen israelischen Luftangriffen auf Ziele im Libanon kamen nach Polizeiangaben mindestens fünf Menschen ums Leben, 65 weitere wurden verletzt.

HB BEIRUT/TEL AVIV. Israelische Kampfjets beschossen eine Kommandostelle der radikal-islamischen Hisbollah und das Haus des Anführers der Organisation, Hassan Nasrallah, der jedoch nicht anwesend war. Nasrallah drohte Israel daraufhin mit blutigen Auseinandersetzungen. „Wir bewegen uns auf einen offenen Krieg mit Israel zu“, sagte Nasrallah. Hisbollah-Milizionäre feuerten zahlreiche Katjuscha- Raketen auf den Norden Israels ab.

Bei den israelischen Luftangriffen kam vermutlich auch eine deutsch-libanesische Familie aus Mönchengladbach ums Leben. Es gebe unbestätigte Hinweise, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts zu entsprechenden Informationen der „Süddeutschen Zeitung“. Die Familie aus Nordrhein-Westfalen sei zu Besuch bei Verwandten gewesen, als das Haus in der Ortschaft Schoher gegen 4.00 Uhr am Donnerstagmorgen zerstört worden sei.

Bei dem Angriff seien der 43-jährige Familienvater, dessen 30-jährige, schwangere Frau sowie die 14- jährige Tochter, die zuletzt ein Gymnasium in Mönchengladbach besucht hatte, ums Leben gekommen. Ein elfjähriger Junge sei verletzt und traumatisiert in ein Krankenhaus gebracht worden. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes halten sich derzeit etwa 1000 deutsche Staatsbürger im Libanon auf, die Hälfte von ihnen mit libanesischen Wurzeln.

Innerhalb von 24 Stunden flogen israelische Kampfflugzeuge fünf Angriffe auf den internationalen Flughafen von Beirut. Dabei wurden die Landebahnen, ein Treibstofftank und ein Hangar getroffen. Auch die südlichen Vorstädte von Beirut sowie ein Lager einer radikalen Palästinensergruppe im Osten des Landes waren Ziel der Luftangriffe. Seit dem Vortag wurden eine Schnellstraße nach Damaskus, zwei Elektrizitätswerke und mehrere Brücken beschädigt.

Hisbollah-Milizionäre feuerten am Freitag erneut zahlreiche Katjuscha-Raketen und Mörsergranaten auf nordisraelische Ortschaften ab. In der nordisraelischen Gemeinde Moshav Meron starben eine Großmutter und ihr fünfjähriger Enkel, als eine Katjuscha-Rakete in ihr Haus einschlug. Anderenorts wurden Dutzende Menschen überwiegend leicht verletzt. Nach israelischen Militärangaben gingen seit Beginn der Feindseligkeiten an der israelisch-libanesischen Grenze vor zwei Tagen mindestens 700 Geschosse auf israelischem Gebiet nieder. Am Donnerstag waren zwei israelische Zivilisten getötet worden. Auch die israelische Hafenstadt Haifa war unter Raketenbeschuss geraten. Am Freitag nahm die Hisbollah-Miliz nach eigenen Angaben ein israelisches Kriegsschiff in libanesischen Gewässern unter Beschuss.

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