Reaktion auf Fed-Forderung
Bush offen für neues US-Konjunkturprogramm

Düstere Aussichten für die Konjunktur in den Vereinigten Staaten: Die US-Notenbank rechnet mit einer längeren Flaute und fordert angesichts der Wachstumsschwäche ein weiteres Konjunkturprogramm. Präsident Bush reagierte prompt und zeigte sich grundsätzlich offen für zusätzliche Konjunkturmaßnahmen.

HB WASHINGTON. „Wir sind offen für Ideen und und werden uns anschauen, was auf den Tisch kommt“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino, am Montag. In diesem Zusammenhang gebe es auch Gespräche mit Mitgliedern des US-Kongresses. Wie dies im Detail aussehen könne, sei aber noch offen. Es sei zunächst Sache des von den Demokraten dominierten Kongresses, akzeptable Vorschläge zu machen. Diese beraten derzeit über ein Konjunkturprogramm im Umfang von 150 Milliarden Dollar. Mit dem Geld wollen sie die Infrastruktur ertüchtigen, Arbeitsplätze schaffen und die regionale Wirtschaft ankurbeln.

Zuvor hatte US-Notenbankchef Ben Bernanke erstmals ein weiteres Konjunkturprogramm gefordert."Mit einem Wachstum, das vermutlich für mehrere Quartale schwach bleiben dürfte, und mit der Gefahr einer länger andauernden Flaute erscheint es derzeit angemessen, dass der Kongress ein Konjunkturpaket in Erwägung zieht", sagte Bernanke vor dem Haushaltsausschuss des US-Repräsentantenhauses. Erstmals sprach sich der Notenbankchef damit für ein neuerliches Wachstumspaket aus.

Das Programm solle Maßnahmen enthalten, durch die der Zugang zu Fremdkapital erleichtert werde, sagte Bernanke weiter, ohne dies näher auszuführen. An den Börsen stiegen nach der Rede die Kurse auf ein Tageshoch, auch der Dollar legte zu.

Nach Einschätzung von Wells-Fargo-Experte Vassili Serebriakov kommt Bernankes Unterstützung für ein Konjunkturpaket nicht überraschend. "Der Fed gehen bei der Geldpolitik die Möglichkeiten aus", sagte er. Analysten und Investoren gehen davon aus, dass die Notenbank bei ihrer nächsten Zinssitzung in der kommenden Woche den Leitzins erneut senkt. Derzeit liegt der Schlüsselzins in den USA bei 1,5 Prozent.

Das Programm solle Maßnahmen enthalten, durch die der Zugang zu Fremdkapital erleichtert werde, sagte Bernanke weiter. Die Schwierigkeiten, Kredite zu bekommen, könnten ein wichtiger Grund dafür sein, dass sich die Erholung der Wirtschaft verzögere. Zuletzt sei die Schwäche in den meisten größeren Sektoren zu spüren gewesen. So seien etwa die Autoverkäufe auch deswegen zurückgegangen, weil es für die Konsumenten schwieriger geworden sei, Autokredite zu erhalten.

Im Sommer hatte die US-Regierung mehr als 100 Milliarden Dollar an Steuerschecks versandt, um den privaten Konsum zu stützen. Allerdings hatte das nur vorübergehend zu vermehrten Ausgaben geführt; von Juli bis September gingen die Einzelhandelsumsätze in jedem Monat zurück.

Bernanke zufolge sind derzeit Anzeichen erkennbar, dass das Einschreiten von Notenbank und Politik zu einer Entspannung an den Geldmärkten beitrage und sich die Kreditvergabe an Haushalte und Unternehmen verbessere. Die Stabilisierung der Finanzmärkte sei aber nur ein erster Schritt und werde die Herausforderungen, vor denen die Wirtschaft steht, nicht schnell beseitigen. Derzeit seien die Unsicherheiten um die Wachstumsaussichten besonders hoch. Es scheine aber, dass eine schwere Krise in der US-Bankenbranche abgewendet worden sei, sagte Bernanke weiter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%