Reaktion auf Krawalle
Griechische Regierung setzt auf Gegengewalt

Die griechische Regierung will mit aller Härte gegen die Gewalt jugendlicher Randalierer vorgehen. Nach der dritten Nacht mit brennenden Geschäften und schweren Verwüstungen in der Athener Innenstadt kündigte der konservative Regierungschef Kostas Karamanlis ein Durchgreifen gegen die autonome Szene an. Die sozialistische Opposition warf der Regierung und den Sicherheitskräften Versagen vor.

HB ATHEN. Im Athener Stadtzentrum hatten in der Nacht zum Dienstag rund 5 000 zumeist vermummte Autonome Läden, öffentliche Gebäude und Autos in Brand gesteckt und eine beispiellose Spur der Verwüstung hinterlassen. Die Sicherheitskräfte reagierten zumeist hilflos. Händler befürchten einen Schaden von mehr als einer Milliarde Euro. Eine offizielle Bilanz gab es zunächst nicht.

Am Nachmittag wurden Hunderttausende Studenten und Schüler aus ganz Griechenland zur Trauerfeiern für den 15-jährigen Andreas- Alexandros Grigoropoulos erwartet, der am vergangenen Samstag von einer Polizeikugel tödlich getroffen worden war. Der Tod des Jungen hatte die Gewalt eskalieren lassen. Nach einem Bericht des Fernsehens sollte der Schüler auf dem Friedhof der Athener Vorstadt Palaio Faliro im Kreise der Familie beigesetzt werden. Die Polizei riegelte den kleinen Friedhof weiträumig ab. Das Kultusministerium ließ die Schulen landesweit geschlossen.

Unmittelbar vor der Beerdigung kam es erneut zu Zusammenstößen. Aus einer Demonstration von rund 3 000 Schülern lösten sich rund 200 Jugendliche heraus und bewarfen die Polizei mit roter Farbe. Andere warfen Steine und Latten auf die Beamten vor dem Parlamentsgebäude. Am Abend war eine Demonstration geplant, zu der die sozialistische Opposition eingeladen hatte.

Bei den schweren Ausschreitungen in der Nacht zum Dienstag wurde sogar der Eingang des Außenministeriums verwüstet. Hunderte Geschäfte, Banken und öffentliche Gebäude kamen zu Schaden. „Ich bin wie gelähmt. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll“, klagte der Inhaber eines Schuhgeschäfts an der Akademias Straße im Zentrum. Sein Laden war nur noch ein verkohltes schwarzes Loch in dem Gebäude.

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